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Facebook-Attacke: So schützen Sie sich

Hacker starteten einen Großangriff auf Facebook. Wie der Sicherheitsexperte McAfee berichtet, wandten die Kriminellen eine Uralt-Methode an, um persönliche Daten abzuphishen: Sie versendeten Anhänge mit Spionageprogrammen. Auch wenn nur ein kleiner Teil der potentiell 400 Millionen Opfer diese Anhänge anklickt, ist die Attacke ein Erfolg. Eine Studie der FT beweist, dass weniger als ein Drittel der Deutschen diese Gefahr ernst nimmt. MEEDIA sagt, was Sie für Ihre Sicherheit tun können.

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Die Hacker haben sich zunächst offenbar die privaten E-Mail-Adressen der Facebook-Nutzer verschafft. An diese verschickten sie Mails mit der Mitteilung, dass das Passwort deaktiviert wurde. Um sich wieder anmelden zu können, müssten die Nutzer auf einen Anhang klicken. Genau dieser Klick aktiviert jedoch die Schad-Software.

Die Facebook-Nutzer sind dem Versuch, an ihre persönlichen Daten zu gelangen, keineswegs schutzlos ausgeliefert. Immerhin müssen sie selbst die Spionageprogramme aktivieren. Dieses Verfahren ist ein Klassiker aus der Hackerpraxis – bereits Mitte der 1990er Jahre wurden die Computernutzer davor gewarnt, auf E-Mail-Anhänge unbekannter Absender zu klicken, weil sich so ein Virus, ein Trojaner oder andere Schad-Software installieren könnte.

Dass diese Methode, die auf die Neugier beziehungsweise die Arglosigkeit der Opfer setzt, dennoch erfolgreich ist, bestätigt McAfee-Direktor Dave Marcus: "Mit Facebook als Köder kann man bis zu 400 Millionen Menschen erreichen, die den Anhang anklicken. Wenn man nur zehn Prozent erwischt, dann sind das 40 Millionen."

Eine aktuelle Studie von Harris Poll für die Financial Times gibt den Cyber-Kriminellen für das Betätigungsfeld Deutschland recht. Lediglich 31 Prozent der Einwohner hält die Gefahren, die von "Cyber-Kriminellen und Hackern" ausgehen, hierzulande für "sehr besorgniserregend". Computer-Nutzer in USA dagegen haben mit 55 Prozent ein hohes Bewusstsein für die Bedrohung aus dem Internet. In Spanien sind es sogar 56 Prozent, in China 53 Prozent. Von allen sieben untersuchten Ländern ergibt sich für Deutschland der niedrigste Wert.

Weil weniger als ein Drittel der Computer-Nutzer die Gefahr von Web-Attacken besonders ernst nimmt, fasst MEEDIA noch einmal die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen zusammen:

· Die wichtigste Regel lautet schlicht: Man klickt nicht auf E-Mail-Anhänge von Unbekannten.

· Kümmern Sie sich nicht um E-Mails von Absendern, die Sie nicht kennen. Besteht der Betreff aus einer Reihe kryptischer Sonderzeichen, dann löschen Sie sie.

· Akzeptieren Sie in Netzwerken nicht einfach Freundschaftsangebote von Personen, von denen Sie noch nie gehört haben – auch wenn behauptet wird, es gebe gemeinsame Bekannte. Der Sozialpsychologe Stanley Milgram erkannte bereits 1960 das sogenannte "Small World"-Phänomen, demzufolge jeder Mensch mit jedem anderen Menschen auf der Erde über eine Linie von maximal sechs Personen verbunden ist.

· Geben Sie niemals Ihren Nutzernamen und Passwort auf irgendeine andere Weise ein, als bei dem entsprechenden Web-Konto. Wenn diese Daten per E-Mail oder auf eine andere Weise abgefragt werden, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Betrugsversuch.

· Vorsicht bei Dateien, die über digitale Kanäle wie Twitter oder Skype verschickt werden – potentiell reicht ein Klick, um sich einen Schädling einzufangen.

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