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Bringt mir den Käse-Kopf von Steve Jobs!

Die Medien-Woche sah die Geburt einer neuen Sport-Tageszeitung mit dem überraschenden Titel Sport-Tag. Bunte-Chefin Patricia Riekel zog alle Fotos und Zitate für ein Porträt des Zeit Magazins zurück, was ja auch eine Aussage ist. Der kastenartige Ralf Möller macht öde Werbung für einen Direkt-Versicherer, es gibt ein gutes Print-Mutmacher-Video aus England und ein Rezept für eine Käseplatte mit einer Mozzarella-Nachbildung des Kopfes von Apple-Chef Steve Jobs. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

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Michael Hahn, der Verleger der neuen Sport-Tageszeitung Sport-Tag hat dem Berliner Tagesspiegel ein bemerkenswertes Interview gegeben. Zur Fußball-WM will er täglich 500.000 Exemplare verkaufen. Jeden Tag nehme er neue Journalisten unter Vertrag (man beachte den Plural). Und: "Ich kann Ihnen versichern, dass nicht einmal meine Enkel in der U-Bahn von iPad-Menschen umgeben sein werden. Das garantiere ich Ihnen, auch wenn es vielleicht nicht in Ihr Weltbild passt." Der beste Satz aber steht ganz am Schluss: "Glauben Sie mir: Die Finanzen sind unser geringstes Problem." Das Interview sollte man sich auf Wiedervorlage legen. Mal sehen, wann man die Zitate wieder gebrauchen kann.

Als der Stern Politiker-Bespitzelungen durch die Bunte aufdeckte hat sich Chefredakteurin Patricia Riekel wortreich gerechtfertigt und dabei keine gute Figur abgegeben. Nun wurde sie vom Zeit-Magazin porträtiert und diesmal gibt sie keine gute Figur ab, indem sie rein gar nichts sagt. Riekel ließ wörtliche Zitate und eigens für das Porträt produzierte Fotos vor der Veröffentlichung zurückziehen. Das Zeit-Magazin reagierte journalistisch, dokumentiert den Rückzieher und zeigt den Platz, wo die Fotos stehen sollten als leeren Raum, samt einer kurzen Beschreibung was auf den Fotos zu sehen gewesen wäre. Auf diese Weise bekommt das Porträt, auch in Medienkreisen, eine viel größere Aufmerksamkeit, als wenn die Zitate und Bilder abgedruckt worden wären.

Ralf Möller darf jetzt auch Werbung machen. Der Möchtegern-Mime und Kastenmann hat einen Werbedeal mit der Direkt-Krankenversicherung BIG abgeschlossen. BIG und Ralf Möller, da haben sich ja zwei gefunden. Die zumindest mir bisher völlig unbekannte Versicherung will mit Hilfe des Muskels kommunizieren, dass bei Ihnen garantiert keine Zusatzbeiträge erhoben werden. Und wie wird das rübergebracht: mit Ralf Möller in Boxhandschuhen. So einfallslos kann Werbung sein.

Und hier noch zwei Fundstücke aus diesem Internet. Der britische Verlag Dorling Kindersley, die machen u.a. die Jamie-Oliver-Kochbücher, hat bei der Produktionsfirma Khaki Group ein Filmchen in Auftrag gegeben, das die Zukunft des Verlagswesens zum Inhalt haben sollte. Dabei herausgekommen ist ein beeindruckender Zweieinhalb-Minuten-Clip, der nur aus vorgelesenem Text besteht und eine tolle Pointe hat. Verleger sollten sich das unbedingt anschauen. Es ist Balsam für geschundene Print-Seelen.

Und dann noch was Lustiges: Die Website "The Cooks‘ Den" hat ein, nun ja, Rezept für eine Steve-Jobs-Käsekopf veröffentlicht. Dabei wird ein Steve-Jobs-Kopf aus Mozzarella und mit Pfeffer nachgebildet. Das perfekte Gericht für eine iPad-Launch-Party. Den Jobs-Käse-Kopf gibt es in gleich drei leckeren Variationen: Als Apple-Käse-Platte, Spicy Steve Nachos Supreme und iPad Thai.

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