Mauer Start: Google-Phone flopverdächtig

Der Kampf der Smartphone-Systeme wird erstmals durch verlässliche Zahlen belegt: Nach Angaben der Marktforschungsfirma Flurry ist Googles Nexus One in den 74 Tagen seit dem Marktstart 135.000 Mal verkauft worden, Apples iPhone hatte im gleichen Zeitraum nach Einführung 2007 gerade die Million überschritten. Ein zu Google gewechselter Software-Entwickler spricht derweil gallig über den Konkurrenten: Apple errichte "ein steriles, disneyfiziertes geschlossenes System, das von Anwälten mit scharfen Zähnen umgeben ist".

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Die Zahlen für Googles Einstieg in das Hardware-Geschäft werden sehr unterschiedlich bewertet: Während Mashable sie "glanzlos" findet und ReadWriteWeb offen von einem "Flop" spricht, argumentiert Tom Krazit für Cnet News, dass die Zahlen im Rahmen von Googles eigenen Erwartungen lägen. Ein bestimmender Faktor ist jedenfalls die Provider-Bindung: Nach dem Außenseiter T-Mobile kommt nun immerhin auch AT&T zum Zuge.
Bemerkenswert ist, dass das mit Google-Betriebssystem laufende "Droid" von Motorola in iPhone-Dimensionen verkauft, vielleicht sogar leicht darüber. Flurry hat die 74 Tage zum Maßstab genommen, weil das iPhone genau so lange für die erste Millionen brauchte. Das Droid liegt in dieser Frist angeblich bei 1,05 Millionen Exemplaren.
Unterdessen verschärft sich zwischen den einstigen Verbündeten Google und Apple der Ton, wie die FAZ in ihrem Unternehmens-Ressort nachzeichnet ("Apple und Google begeben sich in eine Schlammschlacht"). Hauptzeuge dafür ist der Software-Entwickler Tim Bray, einst bei Sun tätig und nun von Google als Manager bei der Entwicklung von Android-Applikationen beschäftigt. Bray schreibt – zitiert nach der FAZ – auf seiner eigenen Website: "Die iPhone-Vision der Zukunft des mobilen Internet unterschlägt Kontroversen, Sex und Freiheit, vielmehr beinhaltet sie strikte Grenzen, wer was wissen und sagen darf. Die Menschen, die Applikationen kreieren, dienen nach Belieben des Vermieters und fürchten seine Wut. Ich hasse es."
Angeblich hat Bray seine Aussagen zuvor bei Google vorgelegt, man habe dort aber keine Einwände gegen die Veröffentlichung gehabt.

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