Jüdische Allgemeine wertet Web-Präsenz auf

Web-Bewegung bei der Jüdischen Allgemeinen: Chefredakteur Christian Böhme hat den Online-Auftritt seiner Wochenzeitung einem Relaunch unterzogen. Die Website des Berliner Titels wird jetzt täglich bestückt. Neben den großen Geschichten der Print-Ausgabe gibt es seit vergangenem Donnerstag tagesaktuelle Blogeinträge aus Berlin, New York und Tel Aviv. "Unserer Seite soll ab jetzt immer in Bewegung sein", erklärt der ehemalige Tagespiegel-Redakteur Böhme gegenüber MEEDIA.

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"Wir wollten im Web endlich adäquat vertreten sein", sagt Böhme. Der neue Online-Auftritt stelle eine wichtige Ergänzung zum Print-Titel dar. Ein Jahr langen haben der Chefredakteur und sein Team an dem Relaunch gearbeitet und aus der PDF-basierten Web-Präsenz ein modernes Internetportal gemacht. Böhme verspricht sich von der Neugestaltung vor allem einen Leser-Zuwachs in der jüngeren Zielgruppe.
Die Web-Präsenz werde weiterhin frei zugänglich bleiben, Paid-Content-Pläne hat Böhme offenbar nicht. Das Online-Portal der Jüdischen Allgemeinen richte sich vor allem an Leser, die sich zwar für jüdische Themen interessieren, dafür aber nicht extra bezahlen wollen.
Ein Mitarbeiter kümmert sich ausschließlich um die Web-Präsenz, drei Autoren des Print-Titels bloggen seit Donnerstag tagesaktuell. "Auf unserer Seite soll sich immer was bewegen", erklärt Böhme gegenüber MEEDIA. Der Feuilletonist Hannes Stein berichtet aus New York, die Korrespondentin Sabine Brandes aus Tel Aviv und Chefredakteur Böhme aus Berlin.
Eine Kommentarfunktion unter den Blogeinträgen der drei Autoren existiert im Augenblick noch nicht. Daneben sind noch schlecht kenntlich gemachte Verlinkungen als kleine "Kinderkrankheiten" des überarbeiteten Portals zu nennen.
Insgesamt ist Böhme und seinem Team ein bemerkenswerter Relaunch gelungen. Der neue Online-Auftritt kommt sehr aufgeräumt und anmutig daher, viele weiße Flächen und eine klare Struktur. Neu ist neben den tagesaktuellen Blogs auch ein Service-Teil in der rechten Spalte. Hier finden Nutzer unter anderem 45 Porträts der jüdischen Gemeinden in Deutschland und ein Glossar zu jüdischen Begriffen. Außerdem ist die Wochenzeitung inzwischen mit einem Profil bei Facebook vertreten. 
Inhaltlich ist die Site in die Ressorts Politik, Israel, Jüdische Welt, Unsere Woche, Kultur und Religion unterteilt. Dabei finden die Leser nicht nur rein jüdische Themen, sondern auch die großen gesellschaftlichen Debatten in Deutschland – freilich aus jüdischer Perspektive.
Pläne für die Zukunft gibt es bislang noch nicht. "Wir schauen jetzt erstmal, wie der Relaunch von unseren Lesern angenommen wird und sehen dann weiter", sagt Böhme zurückhaltend. Dabei zeigten die User bereits am Donnerstag ein reges Interesse für den neuen Auftritt. Wegen zu hoher Zugriffsraten ging der Server zunächst in die Knie, es erschien eine Fehlermeldung, wenn man die Seite ansurfen wollte.
Verantwortlich für die technisch Umsetzung des Relaunchs der Jüdischen Allgemeinen ist die Berliner Designschmiede Chilibanana.

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