Sixx: Alle Details zum neuen P7S1-Sender

Das Programm des neuen Frauensenders der Pro-Sieben-Sat.1-Gruppe wird vorerst nicht mit Werbung unterbrochen. Bei Sixx sollen lediglich zwischen den einzelnen Sendungen Spots laufen, sogenannte Scharnierwerbung. Verdienen will der Konzern mit innovativen Sonderwerbeformen, die von der Vermarktereinheit Seven-One Ad Factory entwickelt werden. Das Programm des Senders besteht vor allem aus US-Serien und bietet wenige Überraschungen – immerhin wird es zahlreiche Erstausstrahlungen geben. Start ist am 7. Mai.

Anzeige

"Männerfernsehen zu machen war einfach: Fällt was am Auto auseinander? Fliegt was in die Luft? Das hat immer funktioniert", sagt Sixx-Chefin Katja Hofem-Best, die bis zum vergangenen Sommer für Discovery Networks Deutschland tätig war und dort den Männersender Dmax erfolgreich aufbaute. Wenn es nach Andreas Bartl geht, dem Chef der deutschen Sender der Pro-Sieben-Sat.1-Gruppe, dann wiederholt Hofem-Best diesen Erfolg nun noch einmal für die weibliche Zielgruppe. Sie sagt: "Fernsehen für Frauen zu machen ist anspruchsvoller, Frauen denken immer dreimal um die Ecke."

Ganz so um die Ecke gedacht ist zumindest das Programm von Sixx nicht – im Gegenteil: Jeder Tag ist mit einem anderen Genre komplementär programmiert zu den Inhalten der übrigen Pro-Sieben-Sat.1-Sender. Den Montag macht Sixx zum "Mädelsabend" und zeigt ab 20.15 Uhr die Serien "Gossip Girl", "90210" und "Lipstick Jungle", die bereits bei Pro Sieben gelaufen sind. Danach folgen Deutschlandpremieren der Serien "October Road" und "Summerland Beach". Bereits an der Time Schedule lässt sich ablesen, dass ProSiebenSat.1 nicht mit längeren Werbeblöcken plant: Die Programme folgen im 45-Minuten-Takt aufeinander, nicht – wie bei den großen Free-TV-Sendern – im Stundenabstand.

Der Dienstagabend ist reserviert für "Wahres Leben" und die Premiere der einzigen Dokusoap-Eigenproduktion mit dem Titel "Windeln und Wellness – All inclusive im Familienhotel", die von der konzerneigenen Produktionsfirma Red Seven Entertainment beigesteuert wird. Erzählt werden Geschichten aus einem Baybhotel, in dem Eltern und Nachwuchs gleichermaßen entspannen sollen. Ebenfalls als Eigenproduktion ist "Frauengeschichten – Die Sixx-Reportage" ausgewiesen, die im Anschluss folgt und Frauen als Heldinnen des Alltags zeigen soll.

Die dritte Sixx-Produktion ist das Klatsch- und Promimagazin "Glossixx", für das noch eine eigene Moderation gesucht wird. Stattdessen einfach Wiederholungen bestehender Magazine wie "Stars & Stories" (Sat.1) oder "red!" (Pro Sieben) zu zeigen, sei nicht in Frage gekommen, erklärt Hofem-Best: "Wir wollen für den Sender einen eigenen Look & Feel entwickeln." Allerdings wird "Glossixx" auf die Beiträge zugreifen, die bereits für andere Magazine gedreht wurden. Unmittelbar vor den Promiklatsch am Dienstagabend hat Sixx die "Oprah Winfrey Show" gesetzt, die ab 21.45 Uhr im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt wird – ein Novum im deutschen Privatfernsehen. Die zweite "Oprah"-Ausgabe läuft freitags zur selben Sendezeit.

Mittwochs, am "Kuschelabend", laufen Spielfilme und TV-Movies, unter anderem die erfolgreichen Sat.1-Romanzen. Donnerstags werden die US-Serien "Charmed", "Ghost Whisperer", "Medium" (in Doppelfolgen) und "Missing" wiederholt ("Gänsehaut"-Abend). Hofem-Best legt jedoch Wert darauf, dass Sixx kein Abspielsender sei: "Im ersten Jahr werden wir über 300 Erstausstrahlungen haben." Zweitverwerten lassen sich vor allem Serien, die bei anderen Sendern der Gruppe gescheitert sind – so wie das hochgelobte "Damages" mit Glenn Close, das bei kabel eins durchfiel und nun den Sixx-Freitagabend um 20.15 Uhr mit einer Doppelfolge eröffnet. Am späten Abend wird "Germany’s Next Topmodel" wiederholt – von der ersten Staffel an.

Das Wochenende ist für Fernweh und Serien reserviert. Samstags läuft ab 20.15 Uhr das Auswanderer-Recycling "Hin und weg – Die Doku", "Abenteuer Ferne" und im Anschluss die Wiederholung des ProSieben-Trashs "Das Model und der Freak". Sonntags können Serienfans all das nachholen, was von Pro Sieben, Sat.1 und kabel eins abgesetzt wurde. "Ugly Betty", "Pushing Daisies", "Brothers & Sisters", "Nip/Tuck", "Rescue Me". Dazwischen testet Sixx um 21 Uhr eine Übernahme der niederländischen SBS-Kollegen: die "Sex and the City"-Adaption "S1ingle".

Im Tagesprogramm zeigt Sixx unter anderem Wiederholungen von "Desperate Housewives", "Grey’s Anatomy", "Will & Grace" sowie der ProSieben-Dokusoap "Frank der Weddingplaner" und "Zacherl: Einfach kochen", einer Uralt- Kochshow aus den Jahren 2003 und 2004. Zum Sendestart wird es aber wohl eine Sonderprogrammierung geben.

Das Fernsehen wird der Frauensender damit nicht neu erfinden und auch den großen Sendern wohl kaum in größerem Ausmaß Marktanteile abnehmen, zumal von vornherein auf eine analoge Verbreitung verzichtet wird. Gesehen werden kann Sixx lediglich in Haushalten, die ihr Fernsehen bereits digital empfangen (über Astra oder übers digitale Kabel der großen Anbieter). Rund 40 Prozent der Haushalte erreicht der Sender auf diese Weise. Ein genaues Marktanteilsziel kommuniziert die Gruppe ebenso wenig wie einen Termin für den Break Even, rund 1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen soll am Anfang wohl drin sein. Als Kernzielgruppe definiert Hofem-Best jedoch die 20- bis 39-jährigen Zuschauerinnen. Wenn ein paar Männer mitgucken, hätte in Unterföhring aber auch niemand was dagegen.

Aus diesem Grund ist auch der ursprünglich angedachte Titel "Fem" verworfen worden – um männliche Zuschauer nicht auszuschließen und nicht als feministischer Sender missverstanden zu werden. "Mir war auch sehr wichtig, dass der Sender nicht lila oder pink wird", sagt Hofem-Best. Die offizielle Farbe des neuen Frauensenders heißt deshalb: Lemon-Grün.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige