Die sozialen Netzwerke im Langzeit-Trend

Facebook hat in den vergangenen Monaten mit einem gigantischen Siegeszug für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile ist das Netzwerk laut Research-Tool Ad Planner auch in Deutschland die klare Nummer 1 der Branche. 13 Mio. Unique Visitors verzeichnet Facebook.com monatlich. Doch woher kommen die Nutzer? Hat Facebook der Konkurrenz Kundschaft abgejagt? Oder wächst der Social-Network-Markt auch insgesamt so stark? MEEDIA hat die aktuellen Nutzerzahlen mit denen aus dem Februar 2009 verglichen.

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Für unseren Langzeit-Vergleich – 12 Monate sind im Internet schließlich immer noch eine Ewigkeit – recherchierten wir in Googles Ad Planner, der inzwischen nach der Werbe-Tochter des Internet-Giganten in Doubleclick Ad Planner umbenannt wurde, zunächst die 25 nutzerstärksten Netzwerke Deutschlands. Auf Platz 1 wie in den vergangenen Monaten: Facebook, gefolgt von wer-kennt-wen.de, sowie Stayfriends und SchülerVZ, die sich Platz 3 teilen. Die Unique-Visitors-Zahlen dieser Top 25 verglichen wir nun mit denen aus dem Vorjahresmonat – und kamen zu spannenden Ergebnissen.

Die großen Gewinner der vergangenen 12 Monate heißen demnach – wenig überraschend – Facebook und Twitter. Der Traffic auf Facebook.com nahm um 8,40 Mio. Unique Visitors bzw. 182,6% zu, der auf Twitter.com sogar um 281,6% – oder 2,14 Mio. Unique Visitors. Die beiden Netzwerke, über die am meisten berichtet und geredet wurde, sind also tatsächlich auch die größten Gewinner.

Die größten Verlierer dieses Zeitraums heißen unterdessen SchülerVZ, StudiVZ und MySpace. Sie verloren jeweils 2,20 Mio. bis 3,00 Mio. Unique Visitors bzw. 30-40% ihrer Nutzerschaft. Heftige Einbrüche also. SchülerVZ fiel beispielsweise von 8,10 Mio. Unique Visitors im Februar 2009 auf 5,10 Mio. im Februar 2010, MySpace von 5,60 Mio. auf 3,40 Mio. Und: SchülerVZ und StudiVZ führten das Ranking vor einem Jahr noch komfortabel an, nun liegen sie auf den Plätzen 3 und 5. Auch Foto-Community Flickr gehört zu den Verlierern: mit einem Minus von 0,80 Mio. bzw. 30,8%.

Doch der Facebook-Boom hat nicht allen Konkurrenten geschadet. Einige Netzwerke konnten trotzdem wachsen. So verfügte wer-kennt-wen.de im Februar immerhin über 0,70 Mio. Unique Visitors mehr als ein Jahr zuvor, Stayfriends über 1,20 Mio. mehr und Xing wuchs um 0,90 Mio. bzw. 40,9%. Auch MeinVZ konnte leicht zulegen. Insgesamt sind die Nutzerzahlen der 25 größten sozialen Netzwerke allerdings nur um 6,3% gestiegen. Sprich: Das Facebook-Wachstum kam vor allem auf Kosten der Konkurrenz zustande. Leute haben MySpace, SchülerVZ und StudiVZ den Rücken gekehrt und sind zu Facebook gewechselt. Die gute Nachricht für die Konkurrenz lautet aber: Facebook ist zwar an allen Netzwerken vorbeigezogen, doch im Schatten der großen Nummer 1 ist ein eigenes Wachstum trotzdem möglich.

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