Wo Merian draufsteht, ist Mercedes drin

Die Zeitschrift Merian hat pünktlich zum Comeback von Michael Schumacher in der Formel 1 eine Sonderausgabe zum dem publikumswirksamen Thema herausgebracht. Doch im Sonderheft Formel 1 geht geht vor allem und einzig und allein um die Marke Mercedes und deren Silberpfeile. Die Ausgabe, die nun für fünf Euro am Kiosk verkauft wird, wirkt wie ein verkapptes Corporate-Publishing-Projekt. Dahinter steckt eine Anzeigen- und Vertriebskooperation zwischen dem Jahreszeiten Verlag und Mercedes.

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Die Zeitschrift Merian hat pünktlich zum Comeback von Michael Schumacher in der Formel 1 eine Sonderausgabe zum dem publikumswirksamen Thema herausgebracht. Doch im Sonderheft Formel 1 geht geht vor allem und einzig und allein um die Marke Mercedes und deren Silberpfeile. Die Ausgabe, die nun für fünf Euro am Kiosk verkauft wird, wirkt wie ein verkapptes Corporate-Publishing-Projekt. Dahinter steckt eine Anzeigen- und Vertriebskooperation zwischen dem Jahreszeiten Verlag und Mercedes.

Der Partner Mercedes habe keinen Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung des Magazins genommen, erklärte Peter Rensmann, für Merian zuständiger Geschäftsführer beim Jahreszeitenverlag gegenüber MEEDIA. Die Partnerschaft sei zudem für jeden Leser ersichtlich im Editorial beschrieben. In der Tat weist Merian-Chefredakteur Andreas Hallaschka in seinem Editorial darauf hin, dass der "Partner Mercedes" den Autoren und Fotografen exklusiven Zugang zu höchst geheimen Hintergrundinfos gewährt habe.

Das fertige Zeitschriften-Produkt allerdings dürften auch Profis kaum von einem Kundenmagazin unterscheiden können. Egal ob Interviews (Daimler-Chef Zetsche), Fotostrecken ("Mächtige Motoren, mutige Männer") oder eine jubilierender Artikel über den Sponsor des Mercedes Rennstalls. Wo Merian draufsteht, ist Mercedes drin. Und zwar ausschließlich Mercedes. Dass andere Rennställe, wie Ferrari, in einem Sonderheft "Formel 1 – die Saison 2010" mit keinem einzigen Artikel gewürdigt werden, ist schon bemerkenswert. Auch ein kritischer Blick auf die aktuellen Finanzierungsprobleme des Rennzirkus oder den Absprung von einstigen Traditionsteams wie BMW oder Toyota sucht man im Merian vergebens. Es geht einzig und allein in salbungsvollen Tönen um den Mythos Mercedes.

Jalag-Manager Rensmann verweist darauf, dass die Rückkehr Schumachers das beherrschende Thema der Formel 1 sei. Es sei sehr reizvoll für die Redaktion, ein solches Thema zu wählen. Schließlich sei "Die Rückkehr der Silberpfeile" so faszinierend, dass man sogar mehrere Ausgaben hätte bestücken können. "Dass Vertriebs- und Anzeigenerlöse für die Refinanzierung eines solchen aufwändiges Projektes unabdingbar sind, dürfte ebenfalls nachvollziehbar sein", sagte Rensmann gegenüber MEEDIA. Das mag alles sein. Aber dann hätte der Verlag auch auf den Titel deutlich draufschreiben müssen, um was es sich hier handelt, und nicht nur einen eher dezenten Hinweis im Editorial platzieren.

Eine Gefahr für den Ruf Merians als unabhängige Zeitschrift sieht Rensmann nicht, denn "schließlich haben wir uns das Heft selber ausgedacht und machen die Zusammenarbeit mit Mercedes ja sogar im Editorial ausführlich transparent." Nun, darüber kann man geteilter Meinung sein. Rensmann verweist noch darauf, dass derlei Kooperationen bei Merian eine lange Tradition haben. Bereits 1951 habe es ein Sonderheft über die Deutsche Post gegeben. Titel: "Wunderbare Postreise". Man muss gar nicht soweit zurückgehen.

Im Jahr 2004 veröffentlichte Merian ein Extraheft "Große Ferien". Auffällig dabei: Jedes, manchmal wie zufällig fotografierte, Auto in der Zeitschrift war ein Mercedes. Im Serviceteil fanden sich dann Freizeittipps, die einen Besuch im Mercedes-Museum nahe legten und es gab Bilder von Kindern mit einem Mercedes-Spielzeug Auto. Der Slogan damals: "Deutschland mit dem Auto entdecken". Mit einem ganz bestimmten Auto, hätte man hinzufügen können. Auch damals gab es eine, allerdings für den Leser weit weniger durchschaubare, Kooperation mit der Stuttgarter Automarke.

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