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Steingart fordert Einstellung der FTD

Der künftige Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart hat im Interview mit dem Medium Magazin die Existenzberechtigung der Financial Times Deutschland in Frage gestellt. Die Zeitung sei gut gemacht, werde von Lesern aber nicht angenommen, so Steingart. Das sei der Wochenzeitung Die Woche von Manfred Bissinger auch passiert. Die Zeitung wurde schließlich eingestellt. Steingart bezeichnete es als "Frage der Ehre", dass Wirtschaftsredaktionen auch Gewinn erwirtschaften sollten.

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Eine Wirtschaftszeitung, die nur mit Hilfe von Quersubventionen überleben könne, sei ein Widerspruch in sich. Steingart: "Die Redakteure des Playboy müssen sich für Frauen interessieren, die des Kicker für Fußball, und für uns Wirtschaftsjournalisten ist es eine Frage der Ehre, dass wir Gewinne erwirtschaften." Als Beispiel für einen ehrenvollen Rückzug führt er Manfred Bissingers Woche aus dem Jahreszeiten-Verlag an: "Das darf man nicht persönlich nehmen. Bissinger ist trotzdem ein großer Journalist." Er habe seinerzeit "die notwendige Konsequenz gezogen".
Auch die Frage nach den Gerüchten über eine mögliche Kooperation mit der Wirtschaftswoche nutzt Steingart zu einem Seitenhieb auf Gruner+Jahr, wo FTD, Capital und Impulse von einer Zentralredaktion bedient werden. Steingart dazu: "Wer Redaktionen zusammenlegt, raubt ihnen die Seele." Er habe sich mit Verleger Dieter von Holtzbrinck über das Thema ausgetauscht – in weniger als einer Minute.
Steingart kündigte zudem an, dass die Webseite Handelsblatt.com künftig rund um die Uhr besetzt sein werde: "Das neue Handelsblatt schläft nicht mehr." Außerdem will er die Seite eins des gedruckten Handelsblatts umbauen. Viele Leser hätten Probleme mit der ersten Seite, die häufig wie eine Seite für Sonderthemen wirke und nicht wie die Titelseite einer Zeitung.

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