Business Punk polarisiert auch bei Zahlen

In gut einem Monat kommt das neue G+J-Magazin Business Punk erneut auf den Markt und soll ab dann zwei Mal jährlich erscheinen. Keiner der drei One Shots, die das Medienhaus im Oktober 2009 launchte, polarisierte ähnlich wie der Wirtschaftstitel, der teilweise vernichtende Kritiken erntete: zu überdreht, zu schrill, zu sexistisch, lauteten die Vorwürfe. Demgegenüber vermeldete G+J zuletzt eine recht ordentliche Verkaufszahl: 42.000 Exemplare. Grosso-Zahlen von Wettbewerbern zeigen ein anderes Bild.

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In gut einem Monat kommt das neue G+J-Magazin Business Punk erneut auf den Markt und soll ab dann zwei Mal jährlich erscheinen. Keiner der drei One Shots, die das Medienhaus im Oktober 2009 launchte, polarisierte ähnlich wie der Wirtschaftstitel, der teilweise vernichtende Kritiken erntete: zu überdreht, zu schrill, zu sexistisch, lauteten die Vorwürfe. Demgegenüber vermeldete G+J zuletzt eine recht ordentliche Verkaufszahl: 42.000 Exemplare. Grosso-Zahlen von Wettbewerbern zeigen ein anderes Bild.
Verkaufszahlen und -schätzungen werden von allen Medienhäusern ständig auch für Konkurrenzprodukte eingeholt. Da diesen Werten allerdings zumeist Hochrechnungen aufgrund mehr oder weniger großer Stichproben von Verkaufsmeldungen zugrunde liegen, sind dies allerdings nur Näherungswerte, wenngleich sich alle Verlage um möglichst realitätsnahe Schätzungen bemühen.
Bei der Zahl des Grosso-Gesamtverkaufs von Business Punk, die das Erfassungssystem eines Wettbewerbers von Gruner + Jahr ausweist und die MEEDIA vorliegt, hätte das Magazin im Grosso lediglich 14.000 Exemplare verkauft und damit den mit Abstand schlechtesten Wert der drei One Shots erzielt. Hinzuzurechnen sind die Verkäufe im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel. Dort müsste die Zeitschrift dann geradezu sensationell performt haben, wenn die Gesamtzahl, die der Verlag angibt, erreicht werden soll. Erfahrungsgemäß schlägt man rund 10 Prozent des Grosso-Wertes für diese Verkaufsstellen obendrauf. Ein ranghoher Branchen-Insider gegenüber MEEDIA: "Nach allem, was wir wissen, sind die gemeldeten Verkaufszahlen schon erstaunlich."
Auf MEEDIA-Anfrage erklärt Jan Honsel, Verlagsleiter G+J-Wirtschaftsmedien die Verkaufsstatistik wie folgt: "Deutlich mehr als die Hälfte (der 42.000 Exemplare, die Red.) wurde im Zeitschriftenhandel und dort schwerpunktmäßig in großstädtischen Ballungsräumen abgesetzt. Dabei kommt den Verkaufsanteilen in Bahnhofsbuchhandlungen und Flughafenverkaufsstellen eine
überdurchschnittliche Bedeutung zu. Selbst nach dem Auslaufen des Angebotszeitraums erhalten wir aus diesem Vertriebskanal immer wieder neue Anfragen nach Heften. Der verbleibende Auflagen-Anteil entfällt auf Sonderverkäufe an jüngere, themen-affine Entscheider-Zielgruppen in attraktiven Berufsumfeldern sowie auf Online-Direktverkäufe."
Fazit des Verlagsleiters: "Die erste Ausgabe des neuen Business-Lifestyle-Magazins Business Punk hat unsere Erwartungen mit ihrem Verkaufserfolg mehr als erfüllt." Wer angesichts des publizistischen Gegenwinds, der Gruner + Jahr bei Start entgegenschlug, annimmt, dass das Magazin gar nicht scheitern durfte, liegt sicher falsch. Ebenso diejenigen, die sagen, dass der Business Punk den Markt so gar nicht rockt, was schon daran abzulesen sei, dass er lediglich zwei Mal im Jahr kommen soll. Objektiv überprüfbare Zahlen gibt es nicht, da Business Punk nicht IVW-gemeldet ist.
Bei Facebook spekulieren die noch recht raren Anhänger des aufmüpfigen Magazins, wer es im April als neuer Held aufs Cover schaffen wird und den Lesern in Richard Branson-Manier die Zunge rausstrecken darf: Hoch im Kurs der Punk-Fans steht aktuell Modeschöpfer Harald Glööckler.

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