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Stern-Chefs fordern Selbstreinigung

Die Stern-Chefredakteure Andreas Petzold und Thomas Osterkorn regen in einem taz-Interview zur Ausforschung von Prominenten ("Buntegate") strengere Maßstäbe für den Journalistenberuf an. "Wir Journalisten sollten mal drüber nachdenken, ob es nicht ein Akt der Selbstreinigung wäre, wenn wir die Kriterien, wer eigentlich Journalist ist, ein bisschen enger definieren würden", sagte Osterkorn. Eine Klage von Bunte sei bisher nicht eingegangen, sagten die Stern-Chefs weiter.

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Petzold forderte, ein Journalist müsse "eine solide journalistische Ausbildung" nachweisen: "Sonst wird jeder, der behauptet, ich kann schreiben und ich greife zum Äußersten, nämlich zum Telefonhörer, damit schon zum Journalisten." Sein Kollege Osterkorn wies indes auf die Tatsache hin, dass der Zugang zu dem Beruf nicht reglementiert ist.
Eine juristische Auseinandersetzung mit Bunte gebe es bisher nicht, sagten die Stern-Chefs. Petzold: "Uns ist eine Verleumdungsklage und eine Unterlassungsklage angedroht worden: Weder das eine noch das andere ist – Stand heute – hier eingetroffen. Was auch immer da noch kommen mag: Wir sehen dem sehr gelassen entgegen." Der Burda Verlag hatte nach der Stern-Veröffentlichung juristische Schritte wegen der Verleumdung eines Wettbewerbers angekündigt.
Als Wettbewerber von Bunte mögen die beiden Stern-Chefredakteure ihren Titel auch nicht sehen. Petzold: "Die Bunte konkurriert mit People-Magazinen wie Gala oder InTouch, aber nicht mit dem Stern. Das hätte der Burda-Verlag gerne und deswegen treibt er die Diskussion in diese Richtung."
Zur Frage, ob sie für die Informationen zu der Enthüllungsgeschichte Geld bezahlt haben, wollten sich die Stern-Chefs nicht äußern. Osterkorn sagte lediglich, grundsätzlich halte er eine Aufwandsentschädigung für legitim. Außerdem deutet Osterkorn an, dass der stellvertretende Bunte-Chefredakteur Sebastian Graf von Bassewitz auch während seiner Zeit bei der Bild-Zeitung mit der Agentur CMK zusammengearbeitet haben soll.

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