Titanic erteilt dem Presserat eine Rüge

Das Satire-Magazin Titanic hat in aller Schärfe auf die Rüge des Deutschen Presserats reagiert und seinerseits dem Kontrollorgan eine formelle Rüge erteilt. Darin heißt es, der Presserat habe seine Verantwortung nicht wahrgenommen und die Würde der Titanic verletzt: "Wir werfen dem Presserat vor, sich auf Kosten der Tragödie Robert Enkes profilieren und seine Bekanntheit steigern zu wollen", erklärte Chefredakteur Leo Fischer.

Anzeige

Am Freitag hatte der Deutsche Presserat einen Comic zum Suizid des Torhüters Robert Enke beanstandet. Unter anderem war das Foto eines Lokführers unter der Überschrift: "Jetzt meldet sich der Zugführer zu Wort" gezeigt worden. Dieser wird mit den Worten "Ich habe Enke überlistet!" zitiert. Der Presserat erkannte darin "die Menschenwürde verletzende Witzeleien über den Suizid eines Menschen".

In einer Erklärung der Titanic heißt es: "Die besagten Cartoons beleidigten nicht die Person Robert Enke, sondern verunglimpften vielmehr pauschal alle Fußballer, Bahnangestellte sowie die Fans von Hannover 96." Darüber hinaus habe der Presserat den sachlichen Kern der Cartoons nicht erkannt: "die Kritik am grassierenden Leistungsdruck bei der Deutschen Bahn." Chefredakteur Fischer erklärte dazu sichtlich bewegt: "Immer schneller, immer pünktlicher sollen die Züge sein – das Innehalten, Bremsen ist in dieser hektischen Welt einfach nicht geplant."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige