StudiVZ-Chef attackiert Facebook

Ein denkwürdiger Auftritt: Rund vier Wochen nachdem Clemens Riedl die Leitung der VZ-Gruppe übernahm, hatte der 39-Jährige auf der Cebit nun seine Podiums-Priemere. Der neue CEO nutzte den Auftritt, um gleich mal kräftig Richtung Facebook auszukeilen. Anstatt auf das eigene Network zu schauen, schimpfte Riedl vielmehr auf den US-Konkurrenten, dem er unterstellte ein "illegales Schattennetzwerk" aufzubauen. Zudem prangere er den Zynismus der deutschen Politik an.

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Den VZ-Chef regt es auf, dass sich die einheimischen Netzwerke an die deutschen Regeln und Gesetze halten müssen, während Facebook sich angeblich nur an US-Vorschriften halten muss. "Politiker, die nach mehr Datenschutz rufen, aber selbst auf Facebook aktiv sind, sind zynisch", zitiert Horizont-Autor Olaf Kolbrück von der Veranstaltung.

André Vatter
von Basic Thinking beschreibt den Auftritt des 39-Jährigen als "selbstbewusst", beinahe "schon ultracool". Ein Eindruck, der "bis ins Unsympathische" hineinspielte. Anlass für den Auftritt des VZ-Chef war das Websciety-Panal "Die Zukunft der sozialen Netzwerke“. Neben Riedel bestand das Panal noch aus MySpace- Deutschland-Chef Joel Berger, Xing-Marketer Jackson Bond, und Claus Fesel, Leiter des Bitkom-Arbeitskreises Social Media.

Riedl sagte, dass Facebooks jüngster Wachstumsschub im Grunde auf Spam beruhe. Nichtmitglieder würden mit falschen Einladungen von Freunden und Bekannten auf Facebook gelockt: “Angeblich soll sogar meine Mutter dort sein! Doch sie ist nicht bei Facebook”, sagte Riedl laut Basic Thinking. Der neue VZ-Chef unterstellte der US-Plattform ein “illegales Schattennetzwerk” etablieren zu wollen. “Das hat nichts mit Privacy oder Vertrauen zu tun – unter deutschem Datenschutz ist so etwas undenkbar.”

Immerhin kündigte der ehemalige Sales-Chef auch noch ein paar Neuerungen an. So will er den "Buschfunk" in den kommenden Wochen erweitern. Daraus soll dann laut Mehrblog.net – "im laufe des Jahres die Funktion “Deutschland in Echtzeit” werden, die erstmals das soggenannte “Realtime Web” einer großen Zahl von Nutzern in Deutschland nahe bringen soll."

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