BJV wollte den CMK-Chef rauswerfen

In der Spitzelaffäre um die Berliner Agentur CMK und die Zeitschrift Bunte wurde von Seiten des Burda Verlags stets betont, dass die CMK als seriös galt und viele Medien mit der Agentur zusammengearbeitet haben. Letzteres trifft zu. CMK einen seriösen Ruf zu unterstellen, fällt aber schwer. Der Bayerische Journalistenverband (BJV) wollte CMK-Chef Stefan Kiessling schon mal aus dem Verband werfen - wegen "unkollegialen Verhaltens". Kiessling zog es vor, selbst auszutreten und nach Berlin zu ziehen.

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"Wir planten im Jahr 2004 ein Ausschlussverfahren gegen Herrn Kiessling. Dem hat er sich dann durch seinen Umzug nach Berlin entzogen. Darüber, dass er weg war, waren wir außerordentlich froh", sagte die BJV-Geschäftsführerin Frauke Ancker gegenüber MEEDIA. Kiessling selbst sei für zahlreiche Paparazzi-Abschüsse im Raum München verantwortlich gewesen. Laut BJV hat es es mit ihm und seiner Agentur immer wieder Ärger wegen angeblich unlauteren Methoden gegeben.

Unter anderem soll er auch das Foto geschossen haben, das zur Scheidung von Uschi Glas und Bernd Tewaag führte. Anke Strohbach, die Frau mit der Tewaag abgelichtet wurde, soll daraufhin sogar Strafanzeige gestellt haben. In der Branche ist die Rede davon, dass die Anzeige daran scheiterte, dass sie nicht zugestellt werden konnte.

Über die CMK schrieb Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel in ihrem offenen Brief an die Grünen-Politikerin Renate Künast: "Die Agentur genoss in der Medienlandschaft einen anerkannten Ruf. Es gab keinerlei Hinweise auf unseriöse Methoden." Ein Anruf beim Bayerischen Journalistenverband hätte den einen oder anderen Hinweis geben können.

Nachtrag, 6.3, 16:50 Uhr:
Am Freitagnachmittag verbreitet CMK über das Presseportal der dpa-Tochter News aktuell eine Mitteilung mit folgenden Wortlaut: Über das Medien-Portal meedia.de behauptet der Bayrische Journalistenverband (BJV), er habe CMK-Gesellschafter Stefan Kiessling im Jahr 2004 vom Verband ausschliessen wollen. Tatsache ist: Ein solches Verfahren durch den BJV hat nie stattgefunden. Und CMK erhielt vor der Verbreitung dieser Anschuldigung keine Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Das ist unjournalistisch."
Hierzu stellt MEEDIA fest: Wer den Artikel liest, erkennt, das weder MEEDIA, noch die Geschäftsführerin des Bayerischen Journalistenverbandes in irgendeiner Form die Behauptung aufgestellt haben, dass ein förmliches Ausschlussverfahren gegen Stefan Kiessling stattgefunden hat. Richtig ist, dass vom BJV darauf hingewiesen wurde, dass ein solches Verfahren geplant war und nur deshalb nicht zu Stande kam, weil es durch den Umzug von Stefan Kiessling in ein anderes Bundesland ohnehin hinfällig geworden wäre. Die Art und Weise, wie hier durch CMK der Eindruck erweckt wird, die Berichterstattung über die Agentur und deren Chef sei " unjournalistisch" entspricht, aus Sicht von MEEDIA, dem Stil der Agentureinlassungen seit Bekanntwerden der Affäre.

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