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Top 100 Siegel: Bauer adelt die Kiosk-Könige

Die Bauer Media Group will die Kiosk-Performance ihrer Hefte stärker vermarkten und führt dazu ein Top 100 Siegel ein. Künftig prangt an 25 Heften ein grünes Güte-Siegel, das die jeweilige Zeitschrift als eine der 100 laut IVW umsatzstärksten im deutschen Einzelhandel identifiziert. "Für unsere Titel gilt die Maßgabe, dass nur diejenigen Produkte am Markt erfolgreich sein werden, die von der konsequenten Orientierung an den Bedürfnissen der Leser bestimmt sind", so Verlagschefin Yvonne Bauer zu MEEDIA.

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Die Hamburger akzentuieren mit dem neuen Siegel künftig noch stärker die Rolle der Vertriebserlöse. Hintergrund: Am Kiosk kämpfen die einzelnen Titel um jeden Zentimeter, um 3500 Magazine und Zeitungen sind es in größeren gutsortierten Läden. Daher sei es in Zeiten sinkender Zeitschriftenumsätze und einer nicht abebbenden Titelflut umso wichtiger, am Presseregal den Überblick zu behalten. Immerhin sorgen die Top 100 für 50 Prozent des gesamten Presse-Umsatzes.
"25 der Top 100 Titel kommen aus der Bauer Media Group. Entsprechend groß ist unser Interesse, diese zu kennzeichnen, um sowohl die Händler bei der Platzierung als auch die Leser bei ihrer Wahl am Presseregal zu unterstützen", sagt Heribert Bertram, Geschäftsleiter der Bauer Vertriebs KG. Ziel sei es, dass das Siegel als Zeichen für Qualität und Umsatzerfolg bei allen Marktpartnern wahrgenommen und eine Vollsichtplatzierung für diese Titel erwirkt werde. 
Zu den Top-Heften der Hamburger gehören Magazine aus allen Segmenten wie die People-Magazin In Touch und Life & Style, Yellows wie Neue Post, Das Neue oder Das neue Blatt, TV-Magazine wie TV Movie oder Wissenshefte wie Welt der Wunder. Um die Größe der "100 umsatzstärksten Zeitschriften" zu errechnen, nimmt Bauer den von der IVW ausgewiesenen Einzelverkauf und multipliziert ihn mit dem Copypreis.
"Für unsere Titel gilt die Maßgabe, dass nur diejenigen Produkte am Markt erfolgreich sein werden, die von der konsequenten Orientierung an den Bedürfnissen der Leser bestimmt sind", erläutert die neue Verlagschefin Yvonne Bauer die Philosophie des Hauses, "dies zeichnet jede unserer Zeitschrift aus, jede auf ihre Weise. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind wir in relevanten Kernmärkten die unumstrittene Nummer eins sind."
Der Verlag gibt für die Initiative zwei Stoßrichtungen vor. Einerseits soll der Handel sich auf die Top 100 fokussieren. Bauer will Kiosk-Betreibern und seinen Angestellten bei der Platzierung der "Umsatzbringer" behilflich sein und damit auch Frühremissionen vorbeugen. "Mit dem Top 100 Siegel helfen wir dem Einzelhandel, seinen eigenen Umsatz zu optimieren", sagt Bertram.
Andererseits sollen Leser die Zeitschriften im Regal besser finden. Der Verlag verspricht sich durch die Einführung des Siegels eine Reduzierung der Gefahr, dass Kunden aus Frust oder Zeitdruck gar nichts kaufen. Eine Zeitersparnis bei der Entscheidung für eine Zeitschrift erhöhe die Möglichkeit, dass Kunden noch weitere Titel kaufen. Außerdem setzt Bertram auf das Phänomen des Herden-Triebs. "Käufer können sich durch das Siegel vergewissern, dass der Titel von vielen gelesen wird. Entsprechend fungiert das Top 100 Titel-Siegel als Qualitätsgarant", so der Vertriebschef. Yvonne Bauer ergänzt: "Gerade in unsicheren Zeiten wollen die Menschen ihr Bedürfnis nach Unterhaltung und Ablenkung stillen. Davon profitiert die Bauer Media Group mit ihrem großen Zeitschriftenangebot. Unsere Zeitschriften sind genau auf die Bedürfnisse einer breiten Zielgruppe zugeschnitten."
Dass Verleger weniger umsatzstarker Zeitschriften über den Vorstoß der Hamburger wenig erfreut sein dürften, glaubt Bertram nicht. „Immerhin befinden wir uns im Wettbewerb, und das Siegel ist neutral, da es sich auf die objektiven Verkaufszahlen nach IVW bezieht." Vielmehr sieht der Vertriebsmanager darin einen Ansporn für kleinere Titel, ihre Bemühungen zu intensivieren.
Neben den Bauer-Titeln sind 20 Zeitschriften aus dem Hause Burda in den Top 100 vertreten, elf von Axel Springer und neun Titel vom Hamburger Verlag Gruner + Jahr. Begleitet wird die Einführung des Siegels von einer großen Kampagne. Motto: "Beste Sicht auf die besten Titel." Dazu zählt eine umfangreiche Fachpressekampagne sowie aufmerksamkeitsstarke Maßnahmen im Pressehandel, wie Aktionsdisplays und Regalschalen, sowie Promotionaktionen für Handel und Käufer.
Der "Kiosk-TÜV" für Zeitschriften bringt eine neue Farbe in die schwelenden Auseinandersetzungen der Verlage um Macht und Einfluss im Grosso-Geschäft. Als besonders vertriebsstarkes Haus drängt Bauer seit längerem darauf, dass die verkaufsoptimierten Titel im Einzelhandel gegenüber den niedrigauflagigen Magazine aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für den Handel entsprechend bevorteilt werden sollten. So oder so soll die Rechnung "vertriebliche Umsatzstärke gleich Qualität" in den Köpfen von Käufern und Händlern verankert werden.

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