So wenig verdienen freie Fotografen

Höchste Kreativität und Arbeitsbelastung, aber nur ein bescheidenes Einkommen: Der Verband Freelens hat in einer großen Mitgliederumfrage die Situation freiberuflicher Fotojournalisten und Fotografen in Deutschland analysiert. Die Studie zeigt: Bei der Hälfte aller Fotografen betrug der Jahresgewinn 2008 weniger als 20.000 Euro. Die Studie kommt zu den Schluss, gemessen an "dem Arbeitsaufwand und hohem Bildungsgrad im Vergleich mit anderen Berufen", verdienen die freien Fotojournalisten "relativ wenig".

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Die Verteilung des Jahresgewinnes 2008 auf die unterschiedlichen Alterskohorten ist erstaunlich gleichmäßig. "Über die Hälfte aller Personen zwischen 26 bis 35 Jahren geben einen Jahresgewinn zwischen 2.501 bis 20.000 Euro an, mehr als die Hälfte sowohl der 36 bis 45 Jährigen als auch der 46 bis 55 Jährigen geben einen Jahresgewinn zwischen 5.001 bis 30.000 Euro an und über die Hälfte der 56 bis 65 Jährigen haben 2008 einen Jahresgewinn zwischen 2.501 bis 20.000 Euro an", heißt es in dem Papier. Der Jahresgewinn steigt mit zunehmendem Alter und Berufserfahrung, fällt dann aber auch wieder ab. "Hieran zeigt sich eine tendenziell unsichere Situation älterer Fotografen und Fotojournalisten im Konkurrenzkampf, was angesichts der gesammelten Erfahrungen und Kontakte erstaunlich erscheint."

Bezüglich der geschlechtlichen Verteilung der Verdienststrukturen zeigt die Untersuchung auf, dass Männer tendenziell etwas mehr verdienen.

Eine erstaunliche Erkenntnis der Freelens-Analyse ist, dass es unerheblich ist, ob man als Mode-, Werbe- oder Tageszeitungsfotograf arbeitet. Das Einkommen bleibt fast annähernd gleich. Dasselbe gilt für Spezialisten, die besondere Ausrüstungen benötigen. Diese Zusatzkosten schlagen sich nicht in den Honoraren nieder. Zudem scheint die Präsentation und Eigenwerbung über eine eigene Webseite keinen direkten Einfluss auf die Höhe des Jahresgewinnes 2008 zu haben. "Die Hälfte aller Antwortenden, die eine eigene Webseite haben, verdient in etwa genauso viel wie die Hälfte aller Antwortenden, die keine Webseite haben."

Erstellt wurde die Studie von der Soziologie-Magistrandin Julia Thiemann. Insgesamt haben 44 Prozent aller Verbandsmittglieder den Fragebogen ausgefüllt.

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