Müntefering ruft wg. Bunte-Affäre Presserat an

Die angeblichen Recherchemethoden der Berliner Fotoagentur CMK werden zum Fall für den Presserat. Wie das Kontrollgremium am Mittwoch mitteilte, hat SPD-Politiker Franz Müntefering sich beim Presserat über eine mögliche Verletzung der publizistischen Grundsätze beschwert. CMK hatte im Auftrag der Zeitschrift Bunte Münterfering durch Mitarbeiter beschatten lassen, um Details über sein Liebesleben herauszufinden.

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Bei seiner Tagung am Mittwoch in Berlin erkannte der Presserat dem Vorgang "eine Problematik von erheblicher ethischer Bedeutung" zu. Das Gremium betonte aber gleichzeitig, dass eine Bewertung dieses Falles nur im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens unter Einbeziehung der Gegenseite erfolgen könne. Der Beschwerdeausschuss wird sich daher in seiner nächsten Sitzung ausführlich mit dem Vorgang beschäftigen. Eines der wesentlichen Kriterien wird dabei die Ziffer 4 des Pressekodex sein, in der zu Recherchemethoden deutlich formuliert ist:
„Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informations-material und Bildern dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden."
In Richtlinie 4.1 heißt es zudem:
[…] Verdeckte Recherche ist im Einzelfall gerechtfertigt, wenn damit Informationen von besonderem öffentlichen Interesse beschafft werden, die auf andere Weise nicht zugänglich sind.[…]
Nachdem der Stern die Vorgänge in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hatte, forderte Müntefering von den Verantwortlichen der Bunten eine Erklärung. Chefredakteurin Patricia Riekel stellte sich auf den Standpunkt, dass es sich um eine "normale Recherche" gehandelt habe, die vom Pressekodex gedeckt sei.
Darüber wird nun der Presserat beraten und entscheiden.

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