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ABC-Kürzungen: TV-News am Wendepunkt

Endzeitstimmung in den großen Nachrichtenredaktionen der USA: ABC News wird in den nächsten Monaten rund 400 Stellen abbauen, ein Viertel seiner Belegschaft. Damit trifft die Krise nach CBS und NBC schließlich den dritten landesweiten Sender, die New York Times sieht die ganze Branche "an einem Wendepunkt". David Westin, Chef von ABC News, erklärte die drastische Maßnahme: "Ich habe versucht, fünf Jahre voraus zu sehen, und erkannt, dass wir so nicht weitermachen können."

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FAZ-Korrespondent Jordan Mejias analysiert darüber hinaus ein internes Papier von Westin, das seine Ankündigung einer "fundamentalen Transformation" der TV-Nachrichten erst verständlich macht. Dort erläutert Westin den Plan, den "Einsatz von digitalen Journalisten dramatisch zu erweitern" und "Redundanzen zu eliminieren", was Mejias so deutet: Ein Korrespondent, mit der Videokamera bewaffnet, ersetzt eine ganze Crew. 
Das würde bedeuten, das die kostensenkende Idee eines Allround-Video-Journalisten, die durch schlankgesparte Newsrooms auch in Europa geistert, auf die bislang hochprofessionelle Welt der amerikanischen TV-Nachrichten übertragen wird. Schwer vorstellbar, aber von Westin in allen Details ausgemalt; das technische Training der verbleibenden ABC-Journalsiten soll alsbald beginnen.
Slate-Kolumnist Marion Maneker sieht darin sogar die Chance, dass große Zeitungen mit eigener Bewegtbild-Abteilung wie die New York Times oder das Wall Street Journal Fernseh-Nachrichten gleich selbst und besser machen könnten. Der Titel des Beitrags: "Warum die Kürzungen bei ABC gut für Print sind."

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