Der Niedergang des Hauses Murdoch

Das Medien-Imperium des Rupert Murdoch zerfällt. Zu diesem Schluss kommt das US-Medienblog Gawker in einer Analyse, die sich u.a. auf Aussagen von Insidern aus Murdochs News Corp beruft. Murdoch gilt als der Archetyp des Medienmoguls. Mit eiserner Hand und untrüglichem Gespür fürs Geschäft baute er sein Medienreich auf. Dazu gehören u.a. das Wall Street Journal, die Times, die Sun, MySpace und Fox News. Doch nun mehren sich die Zeichen für einen drohenden Verfall des Imperiums.

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Zwar hat die News Corp dank des Nachrichtensenders Fox News und des Kino-Hits "Avatar" gerade gute Quartalszahlen vorgelegt. Der Erfolg gerade von Fox News ist für Murdoch aber eine zweischneidige Sache. Der US-Nachrichtensender hat ein ultrakonservatives Profil und hat in der jüngeren Vergangenheit einen gnadenlos rechtspopulistischen Kurs gefahren. Fox-News-Chef Roger Ailes inszeniert einen "Aufstand der weißen Wut", wie es Gawker nennt.  Der Sender geriert sich als Sprachroh der angeblich benachteiligten weißen Mittelschicht, gegen die die Äußerungen des FDP-Vorsitzenden Westerwelle hierzulande wirken wie Apeasement-Politik.
Die Fox-News-Berichterstattung im Rambo-Stil ist zwar wirtschaftlich erfolgreich, versperrt Murdoch aber zunehmend Kontakte zum Weißen Haus. Murdochs eigener Schwiegersohn hat bereits in der New York Times gegen die Fox-News-Praktiken gehetzt. Er schäme sich für die Praktiken von Fox News diktierte der Murdoch-Schwiegersohn der New York Times in die Feder. Laut Gawker gibt es Gerüchte, dass es Murdochs Frau Wendi Deng und sein Sohn James waren, die die Geschichte der Times eingefädelt haben.

Dabei gehören Murdochs Ehefrau Deng und sein Sohn James auch zu Murdochs Problemen, wie Gawker schreibt. Wendi Deng wird als profilierungssüchtige Milliardärs-Gattin beschrieben, die den Glamour sucht. Ihr werden Ambitionen in der Filmbranche nachgesagt und sie will laut Gawker in den Geschäftsbereichen der News Corp mitmischen. Freilich ohne erkennbares Ziel außer dem, ihren eigenen Ruhm zu mehren.
Sohn James ist der einzig übrig gebliebene mögliche Erbe des News-Corp-Reiches. Er verzettele sich aber in einer bürokratischen Berichts-Kultur. Gawker zitiert einen Insider: "With all the memos and structure, it’s almost more like GE than News Corp. now." GE ist der für sein Mikro-Management berüchtigte US-Mischkonzern General Electric. Hinzu kommt, dass Murdochs Investition in das Soziale Netzwerk MySpace viel von ihrem Glanz verloren hat. MySpace wurde mittlerweile von Facebook überholt und der einst lukrative Anzeigen-Deal mit Google steht kurz vor dem auslaufen und wird höchst wahrscheinlich nicht verlängert. Viele Baustellen für den "Mogul der Mogule", der im nächsten Monat seinen 79. Geburtstag feiert.

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