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Apple: 40 Mrd. für den großen Knall

Es sind wahre Festtage in Cupertino: Erst der 55. Geburtstag von Apple-Gründer Steve Jobs, pünktlich dazu der Download des zehnmilliardsten Song im iTunes Store, gestern dann die jährliche Aktionärsversammlung. Ein Jahr nach seiner krankheitsbedingten Auszeit wurde der Vorstandsvorsitzende des zweitwertvollsten Technologieunternehmens der Welt herzlich willkommen. Der kritischen Frage von Aktionärsvertretern, was man mit der üppig gefüllten Kriegskasse anzufangen gedenke, begegnete Jobs routiniert.

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Es sind wahre Festtage in Cupertino: Erst der 55. Geburtstag von Apple-Gründer Steve Jobs, pünktlich dazu der Download des zehnmilliardsten Song im iTunes Store, gestern dann die jährliche Aktionärsversammlung. Ein Jahr nach seiner krankheitsbedingten Auszeit wurde der Vorstandsvorsitzende des zweitwertvollsten Technologieunternehmens der Welt herzlich willkommen. Der kritischen Frage von Aktionärsvertretern, was man mit der üppig gefüllten Kriegskasse anzufangen gedenke, begegnete Jobs routiniert.  

Wenn es ein Unternehmen auf diesem Planeten gibt, das sich bestenfalls Luxussorgen um seine Zukunft machen muss, dann dürfte die Auswahl wohl auf Apple fallen. 183 Milliarden Dollar war Apple gestern an der Wall Street wert – nur Microsoft ist das noch wertvollere Technologieunternehmen auf diesem Planeten.  

Doch seitdem Microsoft-Gründer Bill Gates vor einiger Zeit eine zweistellige Milliardensumme in seinen Fonds für wohltätige Zwecke übertragen und Microsoft vor einigen Jahren ein gigantisches Aktienrückkaufprogramm gestartet hat, reichen die Geldberge von 25 Milliarden Dollar nicht mehr aus, um Apple das Wasser zu reichen. Apple ist mit einem Cash-Bestand von über 40 Milliarden Dollar das vermögendste Technologieunternehmen der Welt.

Warum sollte Apple seine Milliarden verschenken?

So viel Reichtum weckt Begehrlichkeiten – und schnelle dumme Fragen. Die übliche, auf Hauptversammlungen fast reflexartig vorgetragene,  lautet: Sollte das Unternehmen die Milliardenreserven an seine Anteilseigner in Form einer Dividende ausschütten, wie es Old Economy-Unternehmen über Jahrzehnte vorgelebt haben?

Apple-CEO Steve Jobs, selbst ein Meister darin, die Reflexe der Wall Street zu lesen, müssen Standardfragen wie diese zur Weißglut bringen. Warum sollte der Kultcomputer-Hersteller, der bei Jobs‘ Rückkehr 1997 nach Milliardenverlusten fast klinisch tot war, sein Tafelsilber verschenken? Vor allem, wenn es wenig bis nichts bringt, wie das Aktienrückkaufprogramm von Microsoft vor ein paar Jahren bewies?

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Pulver trocken halten: "Wer weiß, was hinter der nächsten Ecke wartet?"

Stattdessen will sich der Apple-CEO, der gestern seinen 55-jährigen Geburtstag feierte, alle Optionen offen halten: "Unsere Einschätzung und unser Instinkt sagt uns, dass es besser ist, dass Pulver trocken zu halten, es könnte schließlich noch einmal verdammt wertvoll werden."

Damit beschreibt Jobs den Cash-Bestand als Akquisitionswährung: "Wir sind inzwischen ein ziemlich großes Unternehmen, und um den Unterschied zu machen, muss man eben auch mal große, mutige Schritte machen. Und wer weiß, was hinter der nächsten Ecke wartet?"

Apple als Groß-Akquisiteur? Das ist in der 33-jährigen Firmengeschichte bislang nicht vorgekommen, doch warum eigentlich nicht in der Zukunft? "Wenn wir in Zukunft einmal jemand übernehmen müssen, um das fehlende Puzzlestück zu finden, um etwas ganz großes Wirklichkeit werden zu lassen, dann könnten wir dafür einfach einen Scheck ausstellen." So sehen die neuen Kräfteverhältnisse im Silicon Valley inzwischen aus.

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