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Sky Deutschland weiter knietief im Minus

Rupert Murdochs Bezahlsender Sky kommt in Deutschland nicht aus der Verlustzone. Die Konzernzahlen sind sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr 2009 einfach nur ernüchternd. Der Umsatz ging signifikant zurück, und beim Vorsteuerergebnis der Jahresbilanz steht ein dickes Minus vor der Zahl 262,7 Millionen Euro. Im Vorjahr fiel der Verlust mit 57 Millionen Euro vergleichsweise niedrig aus. Kurioserweise ist Noch-CEO Mark Wiliams "zufrieden mit den ersten sechs Monaten nach dem Launch".

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Angesichts dieser Zahlen klingt es beinah zynisch, dass Noch-CEO Mark Williams meint, "die Grundlage für ein solides Wachstum geschaffen" zu haben. Zumal auch der Anstieg der Abozahlen weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Trotz einer groß angelegten Werbekampagne stieg die Kundenzahl im vergangenen halben Jahr gerade einmal um netto 71.000 Abos und lag zum Jahresende bei 2,47 Millionen.
Kein Wunder also, dass der Umsatz im vierten Quartal auf 230,2 Millionen Euro (Q4 2008: 236,1 Millionen Euro) gefallen ist. Der Jahresumsatz fiel sogar um 39 Millionen Euro von 941,1 Millionen im Jahr 2008 auf 902,1 Millionen Euro im letzten Jahr. Das Unternehmen macht das Ausbleiben einmaliger Lizenzerträge, die 2008 eingeschlossen waren, und zurückgehende Werbeumsätze aufgrund des insgesamt schlechteren Wirtschaftsklimas, für das geringere Umsatzniveau im Jahr 2009 verantwortlich.
Noch ernüchternder sehen die Zahlen beim operativen Ergebnis aus. Das EBITDA lag im vierten Quartal bei -81,6 Millionen Euro  im Vergleich zu -44,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Jahresabschluss vor Steuern und Abschreibungen lag bei -262,7 Millionen Euro (2008: -57,0 Millionen Euro), das Nettoergebnis sogar bei -676,5 Millionen Euro.
Mark Williams will die Erlöse aus der Kapitalerhöhung vom 21. Januar 2010 investieren, um den freien Fall des Unternehmens abzubremsen. Das Geld solle in zusätzliche Marketing- und Vertriebsaktivitäten, in neues Programm und neue Sender sowie in einen beschleunigten Ausbau des Sky HD Angebots investiert werden.
Freilich wird Williams dies nicht mehr selbst erleben. Der Manager hat bereits hingeschmissen und scheidet zum 31. März aus seinem Amt. Auf Nachfolger Brian Sullivan wartet die äußerst ambitionierte Aufgabe, den defizitären Sender in die schwarzen Zahlen zu führen.

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