Microsoft verschont „Watchdog“-Seite

Aufregung um ein geheimes Dokument: Die Website Cryptome veröffentlichte ein internes Handbuch, in dem Microsoft für US-Behörden erklärt, wie und unter welchen Umständen sie bei Kriminalfällen an Nutzerdaten gelangen können. Auf Druck der Softwarefirma wurde Cryptome daraufhin vom Provider aus dem Netz genommen. Nun soll Microsoft aber angedeutet haben, auf eine Strafverfolgung zu verzichten.

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Cryptome gehört zum Typus der "Watchdog"- oder "Whistleblower"-Seiten, die mit Verweis auf das öffentliche Interesse geheime Dokumente veröffentlichen. Das "Global Criminal Compliance Handbook" von Microsoft war am vergangenen Wochenende nur eines von mehreren Dokumenten ähnlicher Art, die unter anderem von Facebook und AOL stammen.
Für Aufsehen sorgte allerdings Microsofts Vorgehen, den Provider Network Solutions mit Verweis auf eine Urheberrechtsverletzung zur Abschaltung von Cryptome.org zu zwingen. Cryptome-Betreiber John Young argumentierte, das "Handbook" enthielte wichtige Hinweise für Nutzer, die ihre persönlichen Daten gegen Vertrauensbrüche durch Anbieter wie Microsoft schützen wollen. Die Electronic Frontier Foundation unterstützte Young, der in 14 Jahren 40.000 Dokumente veröffentlicht hat.
ReadWriteWeb will indes von Microsoft erfahren haben, man werde keine weiteren Schritte unternehmen. Crptome wird vermutlih ohne das "Handbook" wieder online gehen, das aber im Netz nunmehr leicht zu finden ist.

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