Bunte kontert Müntefering-Vorwürfe

Nach der Stellungnahme von Franz Müntefering in der Beschattungsaffäre hat die Chefredaktion des Burda-Magazins Bunte mit einer eigenen Erklärung geantwortet. Darin heißt es unter anderem: "Spitzenpolitiker wie Franz Müntefering haben Vorbildfunktion. Ihr Privatleben ist daher für die Öffentlichkeit von Bedeutung, weil sie Leitfiguren unseres Wertesystems sind. Ihr privates Verhalten hat daher Auswirkungen auf die Moral der Gesellschaft und damit unter Umständen auch auf politische Entscheidungsprozesse."

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Zur Frage des Politikers, ob sich die Medien einem Ehrenkodex bei der Recherche verpflichtet fühlen, erklärt die Chefredaktion: "Es gibt bereits seit vielen Jahren einen Ehrenkodex, der vom Deutschen Presserat erarbeitet wurde. Das müsste auch Franz Müntefering bekannt sein. Selbstverständlich hält sich Bunte an diesen Ehrenkodex des Deutschen Presserats."
  
In der Sache beruft sich das Blatt auf die im Rahmen der Pressefreiheit bestehenden Rechte: "Die Zeitschrift Bunte hat der Berliner Presseagentur CMK den Auftrag erteilt, einer Information nachzugehen, nach der eine entscheidende Veränderung im Leben des damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering eingetreten sei. Parallel dazu haben auch Bunte-Redakteure zu dieser Information recherchiert. Investigativer Journalismus ist selbstverständlicher Bestandteil der Pressefreiheit und wird auch von allen nationalen und internationalen Publikationen betrieben."
 
Auch für die Berliner Agentur CMK, die die Observationen ausführte, geben die Münchner eine Ehrenerklärung ab: "Bunte arbeitet seit vielen Jahren mit CMK zusammen und es gab keine Hinweise auf unseriöse Recherchemethoden. Die CMK, namentlich Stefan Kiessling, hat der Bunte-Chefredaktion versichert, dass die im Stern beschriebenen Recherchemethoden nicht angewendet wurden."
 
Schließlich widerspricht die Bunte der Einschätzung des Politikers, der dem Stern für die "Courage" zur Veröffentlichung gedankt hatte: "Die Chefredaktion hält die Veröffentlichung vom Stern nicht für ‚couragiert‘, sondern für den Angriff auf einen erfolgreichen Mitbewerber, der zuletzt den Stern im Einzelverkauf am Kiosk überholt hat."

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