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Apple: Michael Wolff wird geschmacklos

Wenn einem nichts Neues einfällt, ist ein Angriff auf den Platzhirsch immer eine Idee, muss sich Michael Wolff gedacht haben. Der robuste Medienjournalist, der zuletzt mit seiner ziemlich enthüllendenBiographie über Rupert Murdoch aufgefallen war, nimmt sich diesmal auf seinem News-Aggregator Newser niemand Geringeren als Apple-CEO-Steve Jobs vor – und zwar zu dessen Geburtstag. Seine wüste und über weite Strecken sinnfreie Abrechnung mit Apple kündigt Wolf zudem völlig geschmacklos auf Twitter an.

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Wenn einem nichts Neues einfällt, ist ein Angriff auf den Platzhirsch immer eine Idee, muss sich Michael Wolff gedacht haben. Der robuste Medienjournalist, der zuletzt mit seiner ziemlich enthüllenden Biographie über Rupert Murdoch aufgefallen war, nimmt sich diesmal auf seinem News-Aggregator Newser niemand Geringeren als Apple-CEO-Steve Jobs vor – und zwar zu dessen Geburtstag. Seine wüste und über weite Strecken sinnfreie Abrechnung mit Apple kündigt Wolf zudem völlig geschmacklos auf Twitter an.

Zum Geburtstag viel Glück, vor allem wenn man Krebsüberlebender ist und eine Lebertransplantation hinter sich hat? Nicht, wenn man Michael Wolff heißt und auf Krawall gebürstet ist:  "Ist Steve Jobs eigentlich tot", reißt der 55-jährige "Vanity Fair"-Autor seine neuste Abrechnung mit dem Apple-CEO auf Twitter an. Wohl gemerkt an dessen Geburtstag.

Drei Stunden zuvor hatte er seinen Artikel "Apple: Vielleicht sollten wir Angst haben" schon einmal gewtittert – offenbar nicht sensationslüstern genug. Denn auf diesem Spielfeld kennt sich der verheiratete Ehemann, dem zuletzt eine Affäre mit einer 28-jährigen "Vanity Fair"-Kollegin  nachgesagt wurde, bestens aus.

Erst vergangene Woche teilte Wolff auf seiner Website Newser gegen Medienmogul Rupert Murdoch aus, dem er zuvor noch exklusiv für seine Biographie interviewen durfte, als er eine mutmaßliche Affäre von Murdochs Frau Wendi mit MySpace-Gründe Chris deWolfe streute.

Austeilen à la Michael Wolff: "Apple ist ein seltsames und hinterhältiges Unternehmen"

Nun ist also Steve Jobs dran. Schon im ersten Satz lässt Michal Wolff keine Zweifel daran, dass er harter Bursche ist, der den Infight beherrscht: "Apple ist ein seltsames und hinterhältiges Unternehmen. Früher oder später werden wir es bereuen, dass wir Treue geschworen haben." So klingt Ego-Journalismus der besonders subjektiven Sorte.

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Von der Kraftmeierei einmal abgesehen – Wolff wirft Apple vor allem vor, ein Kontrolle besessenes Unternehmen zu sein, wie jüngst, als es 5000 Apps für das iPhone entfernte, die offenkundig sexuellen Inhalt aufwiesen – natürlich vornehmlich gesteuert durch ihren Gründer selbst. "Steve Jobs, diese immer verrücktere Person, lebt – solange bis er tatsächlich stirbt – in einer rechtsfreien Sphäre", echauffiert sich Wolff.

Steve Jobs: "Einer der seltsamsten Menschen sein, der einem Vollzeitjob nachgeht"?

"In einer rechtfreien Sphäre?" Doch damit nicht genug: "Steve Jobs mag einer der seltsamsten Menschen sein, der einem Vollzeitjob nachgeht – und kaum einer macht sich über ihn lustig. Tatsächlich hat jeder Angst vor ihm, eben weil er so seltsam und unbrechenbar ist."

Fast  klingt es, als wäre Wolff ein wenig neidisch – was die Aussetzer eines Mannes, der zuletzt mit seiner außerehlichen Affäre mit "einer heißen blonden Praktikantin"(New York Post) aufgefallen war und angeblich seine Schwiegermutter aus dem New Yorker Loft ekeln will, wofür diese ihn in Millionenhöhe verklagt, nicht besser macht.

Selten war Krawalljournalismus peinlicher als Michael Wolffs verzweifelter Versuch, ein bisschen den Non-Konformistenzu spielen. Ja, es ist längst Mainstream, Apple zu mögen. Aber nein, plumpe Beleidungen sind kein cooler Gegenentwurf – sie sind ein journalistisches Armutszeugnis.

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