Kerner gesteht Schwächen ein

Der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner hat Schwächen seiner neuen Sendung bei Sat.1 eingeräumt. Im Gespräch mit dem Zeit Magazin, das morgen veröffentlicht wird, hat der 45-Jährige allerdings Veränderungen in Aussicht gestellt. Er habe vor, seinem neuen Sender einen Quotenerfolg zu verschaffen. Keine einfache Aufgabe, die Sendung "Kerner" lag gerade ein einziges Mal über dem Senderdurchschnitt. Sollte der Erfolg ausbleiben, ließe er sich auch "auswechseln", so der Moderator.

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Schon die Premieren-Sendung ging beim Publikum in die Hose. Nur 1,83 Millionen Zuschauer schalteten am 2. Oktober 2009 ein. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren lediglich 0,91 Millionen, das reichte nur für mickrige 7,6 Prozent Marktanteil. Auch die folgenden Sendungen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Der neue Sendeplatz, donnerstags 22.15 Uhr statt montags 21.15 Uhr, erzielte ebenfalls kaum einen nennenswerten Effekt.
Sat.1 versucht es nun mit einem stärkeren Vorprogramm. Doch auch das hilft Kerner nicht. Beleg: Am 5. Februar holte die Tragikomödie "Das Beste kommt zum Schluss" mit Jack Nicholson und Morgan Freeman den Tagessieg mit 19,3 Prozent beim jungen Publikum. "Kerner" verlor direkt im Anschluss mehr als die Hälte dieses Wertes und fiel auf extrem enttäuschende 8,8 Prozent.
Der Moderator erklärt sich das Desaster mit der Umstellung nach dem Wechsel zu Sat.1. "Die Sendung im ZDF – da mussten wir nur auf den Knopf drücken, und es hat funktioniert. Jetzt müssen wir uns alle neu programmieren. Dabei sind Programmierfehler passiert, es hat vielleicht sogar einen kurzen Systemausfall gegeben. Aber jetzt lernen wir gerade, wie man die Tastatur bedient", so Kerner in seinem ersten großen Interview seit seinem Weggang vom ZDF im Oktober 2009. Als Beispiel für Änderungen nannte Kerner einen höheren Studioanteil.
Ganz so mühsam habe es sich der Moderator nicht vorgestellt: "Ich verliere einfach nicht gerne. Ich finde schon ein Unentschieden ekelig." Allerdings würde er sich "auch auswechseln lassen", wenn er nicht mehr könne. Den Wechsel vom ZDF zu Sat.1 bereue er aber "überhaupt nicht". Kerner: "Das Verhältnis zwischen dem ZDF und mir war langjährig, großartig, erfolgreich – und letztlich verbraucht."
Dass eine weitere Zusammenarbeit mit dem ZDF an überzogenen Gehaltsforderungen gescheitert sein soll, bestritt Kerner gegenüber dem Zeit Magazin: "Wir haben nicht ein einziges Mal über Geld gesprochen. Kein einziges Wort."

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