Die Relaunch-Bilanz des Focus

Focus-Geschäftsführer Frank Michael Müller zieht gegenüber MEEDIA eine positive Bilanz der Verkaufszahlen nach dem Relaunch. Der erste neu gestaltete Focus (Heft Nr 4/2010) wurde im Einzelverkauf 138.000 mal abgesetzt. Im Durchschnitt verkauften sich die ersten Hefte nach Relaunch rund 127.000 mal. Im Jahr zuvor wurden die entsprechenden Heftnummer 107.000 mal im Einzelverkauf abgesetzt. Burdas Nachrichtenmagazin will mit längeren Texten und "härteren" Themen wieder mehr Relevanz gewinnen.

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Das erste Heft nach neuem Zuschnitt hatte den obersten US-Notenbanker Ben Bernanke als „Mr. Inflation“ auf dem Cover. Dass die Ausgabe 138.000 mal am Kiosk verkauft wurde, hängt gewiss auch mit dem Neugierde-Effekt und der begleitenden Werbekampagne zusammen. Aber auch nach nach Auslaufen der starken Marketing-Maßnahmen nach zwei Heft-Nummern verzeichnen die Focus-Leute eine gestiegene Auflage.

Von Heft vier bis Heft sieben seien im Durchschnitt 127.000 Exemplare pro Ausgabe über die Ladentheke gegangen, so Müller zu MEEDIA. Eine gewisse Ungenauigkeit ist freilich noch dabei, denn bei den Heften sechs und sieben sind noch Prognosen mit eingerechnet. Im Jahr 2009 wurden von den Heften vier bis sieben im Schnitt 106.000 Exemplare abgesetzt.

Damals versuchte es der Focus noch mit eher weichen Themen wie dem Stauffenberg-Film „Walküre“ oder Yoga auf dem Cover. Jetzt geht es immerhin um Inflation, Hartz IV oder Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Geschäftsführer Müller zeigt sich mit den ersten Zahlen zufrieden. "Ein wichtiges Ziel war, mit dem Relaunch unsere Stammleser nicht zu vergraulen, das ist uns auf jeden Fall gelungen." Eine endgültige Bilanz könne man aber frühestens nach einem halben Jahr ziehen, so Müller. Es dauere eine gewisse Zeit, bis das neue Focus-Konzept auch neue Leser erreiche.

Der Focus wurde von einer internen Arbeitsgruppe um die beiden Chefredakteure Helmut Markwort und Uli Baur umgestaltet. Das Heft sollte eine großzügigere Optik erhalten und mehr Geschichten mit Tiefgang und Relevanz bieten, wo früher allzu sehr der Nutzwert dominierte. Im Herbst wird der langjährige Chefredakteur und Focus-Gründer Helmut Markwort von dem bisherigen Cicero-Chefredakteur Wolfram Weimer abgelöst.

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