BAG: Redakteurin gewinnt gegen Springer

Redakteure müssen die Versetzung in eine "Service- und Entwicklungsredaktion" nicht hinnehmen: Das Bundesarbeitsgericht gab einer Springer-Redakteurin recht, die gegen das Ansinnen geklagt hatte, eine Gesundheits-Beilage zu entwickeln, statt weiter im Ressort "Reise/Stil" beschäftigt zu werden (9 AZR 3/09 vom 23.2.2010). Die Versetzung lag nicht im "billigen Ermessen" des Arbeitgebers, obwohl anderweitige Einsätze im Arbeitsvertrag vorgesehen waren.

Anzeige

Springer und andere Verlage nutzen ausgelagerte Redaktionspools für Angestellte, deren Jobs in Kernredaktionen eingespart werden. Die Redakteurin hatte 2007 gegen die Versetzung in die "Service- und Entwicklungsredaktion" (SER) des Verlags in Berlin geklagt. Das Arbeitsgericht wies die Klage ab, das Landesarbeitsgericht gab ihr statt, ließ aber eine Revision zu, die das Bundesarbeitsgericht nun abgewiesen hat.
Die höchsten Richter argumentieren unter anderem, für Zeitungsredakteure sei das Erstellen von Beiträgen, die zur Veröffentlichung vorgesehen sind, ein Teil der "Kerntätigkeit", die in einer Entwicklungsredaktion nicht gegeben ist.
Springer "SER" in Berlin umfasste schon vor der Versetzung der Klägerin 48 Redakteure und galt als Abteilung mehrerer Konzernunternehmen. Die Anwälte der Redakteurin legten dar, die "SER" habe sich selbst "als Beschäftigungsgesellschaft dargestellt, mit der in den Redaktionen Personal abgebaut werden könne". Dieses Modell könnte nun insgesamt problematisch werden.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige