Sex-Verbot in Apples App-Store

Apple hat seine Regeln für den App-Store geändert. Laut dem US-Blog TechCrunch will der iPhone-Hersteller keine Programme mehr zulassen, die nackte oder leicht bekleidete Damen zeigen. Apple selbst bleibt bei den Regeln vage und undeutlich. Angeblich wurden über 5.000 Apps mit sexy Fotos aus dem App-Store entfernt. Andere durften bleiben. Mit Interesse dürfte die neue Entwicklung auch bei Axel Springer verfolgt werden. Der Verlag setzt bei seiner Bild-App unter anderem auch auf die nackte Haut des Bild-Girls.

Anzeige

Derzeit ist die Bild-App samt dem Schüttel-Mädchen noch im App-Store erhältlich. Das Bild-Girl ist freilich nicht im Zentrum der Bild-App, sondern ist nur ein netter Neben-Gag. Jedesmal, wenn man das iPhone schüttelt wird ein weiteres Bild mit jeweils weniger Bekleidung angezeigt. Es bleibt aber alles im jugendfreien Bereich, sprich: Die Unterwäsche bleibt an. Zahlreiche andere Apps, die im wesentlichen leicht bekleidete Damen in aufreizender Pose zeigten, sind aber aus dem App Store rausgeflogen.

Trotzdem dürften die Springer-Leute Apples jüngsten Schritt mit Sorge betrachten. Es gibt schlicht keine klaren Regeln, was man im App Store darf und was nicht. Die einzig klare Regel lautet: Wenn es Apple nicht gefällt, fliegt es raus. So wurde auch die populäre App Wobble entfernt, mit der Nutzer Brüste von Frauenbildern mit Hilfe des iPhones zum Wackeln bringen konnten. Laut TechCrunch wurden mit Wobble bis zu 500 Dollar Umsatz pro Tag gemacht. Nach den neuen Regeln sei das Geschäft auf zehn Dollar pro Tag eingebrochen. Mittlerweile gibt es die App gar nicht mehr. Apple selbst hüllt sich bezüglich der neuen Regeln in Schweigen. Der iPhone-Hersteller hält die Zugangsregeln für Apps absichtlich intransparent, um einen möglichst großen Spielraum bei der Ablehnung zu haben.

Für die Entwickler von iPhone-Apps ist die Säuberungs-Aktion von Apple beunruhigend. Die Botschaft lautet, Apple kann jederzeit die Spielregeln ändern. Dies war zwar schon bislang klar, aber jetzt wurde den App-Entwicklern auf drastische Weise vorgeführt, was dies bedeutet. Auch für Medienhäuser hält die Busen-Sperre im App-Store eine Lehre bereit, selbst wenn sie bisher nur züchtige Apps im Angebot haben: iPhone Apps sind gut und schön. Sich für das Zukunftsgeschäft auf diesen Vertriebskanal ganz und gar zu verlassen, ist aber extrem gefährlich. Heute sind es Brüste, morgen vielleicht etwas ganz anders.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige