Neue iPhone-App: Samstag ist Spiegel-Tag

Die Spiegel-App ist da: Nutzer eines iPhones oder eines iPod Touchs können ab sofort schon am Samstagabend ab 22 Uhr auf die jeweils aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins zugreifen, die gedruckt erst ab dem darauffolgenden Montag am Kiosk liegt. Ein Download der Vollversion des Spiegel kostet während einer Einführungsphase von rund sechs Wochen 2,99 Euro und wird nach einigen Wochen auf 3,99 Euro steigen. Die Preispolitik ist mutig, denn der Einzel-Download ist dann sogar teurer als ein Kiosk-Heft.

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Ab voraussichtlich Ende März 2010 soll das Einzelheft nur noch zum vollen Preis zu haben sein. Ein Mini-Abo für vier Ausgaben kostet 9,60 Euro. Ein reguläres Abonnement wird wie bei der Printausgabe 3,65 Euro pro Heft kosten.Der neue E-Reader wurde speziell für den Spiegel entwickelt und präsentiert das Heft optimal auf dem iPhone oder iPod Touch, sodass auch das Lesen längerer Artikel nicht anstrengt.
Die Spiegel-Applikation (rund 5 MB) wird via WLAN oder 3G in unter einer Minute geladen und bleibt dann auf dem iPhone. So können Nutzer den Spiegel lesen, auch wenn sie keine Internetanbindung haben oder teure Datenverbindungen im Ausland vermeiden wollen. Die Navigation durch den Heftinhalt erfolgt über das Inhaltsverzeichnis. Über die Funktion "zuletzt gelesen" gelangt der Nutzer immer an die Stelle im Heft zurück, die zuletzt aufgeschlagen war. Die Programmierung ist übrigens eine In Haus-Lösung, die von der verlagseigenen IT-Abteilung entwickelt wurde.
Abonnenten, die heute schon das E-Paper des Spiegel im Internet beziehen, können es in Zukunft auch in der für iPhone und iPod Touch entwickelten E-Reader-Applikation lesen. Genauso können Leser, die den Spiegel auf dem iPhone kaufen, mit ihrer Registrierung auch das E-Paper im Internet lesen. Sie müssen sich dafür nur einmalig mit E-Mail-Adresse und Passwort registrieren. Abonnenten des gedruckten Spiegel erhalten, wie beim E-Paper gewohnt, durch zusätzliche Zahlung von 0,50 Euro auch Zugriff auf die iPhone-Applikation.
Beim Pricing ist der Spiegel wie andere Verlage auf die Geschäftsmodelle von Apple angegeben, die nach 2,99 Euro als nächste Preisstufe 3,99 Euro anbieten. Damit kommt das im App-Store heruntergeladene Magazin anders als im Abo den Nutzer 19 Cent teurer zu stehen als beim Kauf im Einzelhandel. Der Vorteil: Alle Inhalte sind (wie beim Abonennten-Login auf der Homepage) bereits am Samstag vor dem EVT abrufbar.
Wie hoch die über das App-Store zu erzielenden Verkäufe sein werden, wird beim Spiegel und in der Branche in den nächsten Monaten mit Spannung beobachtet werden. Auf jeden Fall vermeidet der Magazin-Marktführer so Kannibalisierungseffekte hinsichtlich des Verkaufs der Printausgabe.
Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron über die Strategie: "Der Spiegel hat immer darauf geachtet, seine Inhalte dorthin zu liefern, wo der Leser sie sucht: Online, Mobil, oder in die sozialen Netzwerke. Wir bleiben bei unserer grundsätzlichen Linie: Spiegel Online liefert tagesaktuelle Informationen, Analysen und den Debattenstoff für die digitale Welt und bleibt deshalb frei. Für das Magazin bringen die Reader neue Darstellungsformen und Verbreitungschancen."

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