Durchmischter Start ins Werbejahr 2010

Auch wenn die neuesten Brutto-Werbeumsatzzahlen von Nielsen mit einem Plus von 4,3% positiv aussehen, so gibt es doch längst nicht in jedem Mediensegment Grund zum Jubeln. So büßten die Zeitungen ebenso wie das Radio, die Plakatwerbung und die Fachzeitschriften noch einmal gegenüber dem Krisenjahr 2009 ein. Deutlich zulegen konnten hingegen die Umsätze mit Werbung in Fernsehen, Internet und Kino. Die Publikumszeitschriften blieben in etwa auf Vorjahresniveau.

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1,56 Mrd. Euro wurde in den von Nielsen ausgewerteten deutschen Medien im Januar mit Werbung umgesetzt – brutto versteht sich. Im Vorjahres-Januar waren es noch 1,49 Mrd. Erstmals präsentiert Nielsen dabei übrigens die Umsätze im Internet in der Kategorie "Above-the-Line-Medien", die Online-Zahlen werden damit ab sofort im monatlich von Nielsen veröffentlichten Werbetrend berücksichtigt. "Durch die Integration der Mediengruppe Internet wird der Bruttowerbemarkt transparenter, aktuelle Tendenzen und Entwicklungen auf dem Markt können besser abgebildet und nachvollzogen werden", so Nielsen dazu.

Das Internet gehört mit einem Plus von 12,5% auf nun 126,99 Mio. Euro auch gleich zu den Gewinnern des noch jungen Jahres. Ein noch größeres Wachstum verzeichnen die Fernsehwerbung (+16,6%) und die Kinowerbung (+94,2%). Die Reklame in den Lichtspielhäusern ist mit 5,08 Mio. Euro jedoch ein vergleichsweise kleines Geschäft, das 94,2%-Wachstum hört sich daher größer an als es ist. So haben die Publikumszeitschriften wie das Kino etwa 2,5 Mio. Euro hinzugewonnen – dort entspricht das aber nur einem Mini-Plus von 0,8%.

Verloren hat vor allem die Plakatwerbung. 17,9% weniger setzte die Branche laut Nielsen mit Werbung um. Das Minus hat aber nicht direkt mit tatsächlichen Umsatzeinbußen zu tun, sondern mit einer fehlenden Vergleichbarkeit. So kamen im Vorjahr fünf Kalenderwochen in die Plakatwerbungs-Umsatzbilanz, in diesem Jahr nur vier. Nach Ablauf des Februars dürften sich die Zahlen also ausgleichen. Die Fachzeitschriften verloren unterdessen 9,2% ihrer Vorjahres-Umsätze, das Radio büßte 7% ein und die Zeitungen 4,5%.

Das Ranking der einzelnen Branchen führt das Fernsehen nun mit 596,26 Mio. Euro an, dahinter folgen Zeitungen (386,91 Mio.), Publikumszeitschriften (274,26 Mio.) und das Internet (126,99 Mio.). Wie immer muss zu den Umsatz-Zahlen natürlich die Warnung ausgesprochen werden, dass es sich dabei um Brutto-Zahlen handelt, die Rabatte, Gegengeschäfte, Austausch- und Eigenwerbung nicht beachtet und sämtliche veröffentlichte Werbung als voll bezahlt ansieht. Die Brutto-Zahlen sagen daher wenig über die tatsächlichen Umsätze der Unternehmen aus, dienen aber als Kennzahl zur Entwicklung in den Medienbranchen.

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