Springers Frauen-Versteher in Paris

Happy Birthday auFeminin: Vor zehn Jahren gründeten drei Freunde in Paris ein Internet-Portal für Frauen. Mittlerweile ist die Plattform in zehn Ländern aktiv, europäischer Marktführer und im Besitz von Axel Springer (Kaufpreis insgesamt weit über 300 Millionen Euro). Im MEEDIA-Interview verrät CEO Bertrand Stephann, „dass er irgendwann das bekannteste und beste Online-Frauenportal weltweit" führen will. Dazu weiß der Franzose ganz genau, worauf deutsche Surferinnen stehen.

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Sind Sie der größte Frauenversteher im europäischen Web?
Ich gebe mir große Mühe. Nein, im Ernst: Als Geschäftsführer von Europas größtem Frauen-Portal muss ich sowohl den Markt als auch unsere Zielgruppe sehr genau kennen und wissen, was Frauen von auFeminin.com erwarten und wie wir sie erobern und dauerhaft an uns binden können.
Sie müssten aber genau wissen, was Frauen im im Web interessiert und welche Inhalte sie suchen?
Das ist mein Job, den ich liebe und sehr gerne mache. Die erfolgreichsten Themen auf auFeminin.com drehen sich um Mode, Beauty und Schwangerschaft. Wenn Frauen sich zum Beispiel über letzteres Thema informieren oder mit anderen Interessierten und Schwangeren vernetzen wollen, dann surfen sie zu uns.
Dann dürften Sie ja kaum Traffic aus Deutschland bekommen?
Auf unsere französischsprachige Seite kommen in der Tat nur wenige Userinnen aus Deutschland, die surfen lieber bei unserem deutschsprachigen Angebot goFeminin.de vorbei. Und wenn Ihre Fragen auf die deutsche Geburtenrate abzielt – so niedrig ist die in Deutschland auch wieder nicht, oder? Wichtig ist für das auFeminin-Netzwerk und seine zahlreichen internationalen Angebote, dass die wesentlichen Themen Frauen in allen Ländern gleichermaßen interessieren. Neben Mode, Beauty und Schwangerschaft sind das zum Beispiel auch Horoskope und Klatsch- und Promi-Geschichten.
Wie ist auFeminin.com inhaltlich aufgebaut und strukturiert?
Wir bieten einen Mix aus redaktionellen Inhalten und vielen Community-Elementen wie Blogs, Fotoalben oder Foren. Gerade die Netzwerk-Elemente werden wir in Zukunft noch weiter ausbauen. Im französischen Markt testen wir außerdem gerade zwei ergänzende Angebote. Zum einen können unsere Nutzerinnen eigene Gruppen gründen und sich untereinander austauschen, zum anderen entwickeln wir derzeit ein eigenes Frage- und Antwort-Portal.
Ist der Geschmack der europäischen Frau auch bei diesem vielfältigen Angebot in jedem Land gleich?
Geschmäcker sind verschieden, das lässt sich deutlich am Nutzerverhalten ablesen, Italienerinnen und Französinnen etwa beschäftigen sich viel mit den Themen Mode und Modern Cooking, Engländerinnen hingegen erwärmen sich vor allem für Stars und Sternchen.

Was interessiert die deutschten Surferinnen?

Stars sind auch in Deutschland ziemlich beliebt.
Produzieren Sie alle redaktionellen Inhalte von Paris aus?
Nein. Internationale Inhalte, zum Beispiel Beiträge von den Modenschauen in Paris oder Mailand, werden zentral in Paris erstellt. In Köln hingegen sitzt eine sechsköpfige Redaktion, die ausschließlich originäre Inhalte für die deutsche Seite goFeminin.de erstellt.

Sie feiern gerade den zehnten Geburtstag. Hat sich das Unternehmen so entwickelt, wie Sie es sich erhofft haben?
Absolut. AuFeminin.com hat sich seit 1999 zum führenden europäischen Frauenportal entwickelt und ist inzwischen in zehn Ländern aktiv und erfolgreich, in den meisten davon sind wir Marktführer – auch in Deutschland.

Welche Rolle spielt denn Deutschland generell für den Erfolg von auFeminin.com?

Deutschland ist mittlerweile unser zweitgrößtes Land nach Frankreich. Auch aufgrund der erfolgreichen Akquisition des Gesundheitsportals Onmeda im vergangenen Jahr, wächst goFeminin.de rasant. Ich bin davon überzeugt, dass das deutschsprachige Portal in einigen Jahren mindestens die Größe von auFeminin in Frankreich hat.

Wo soll AuFeminin in zehn Jahren stehen?

Ich habe nichts dagegen, das bekannteste und beste Online-Frauenportal weltweit zu werden.

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