Biographie-Pläne: Steve Jobs spricht

Es ist so etwas wie eine kleine Sensation: Der notorische zugeknöpfte Apple-CEO Steve Jobs gewährt einem Journalisten erstmals Zugang zu seinem Leben. Tatsächlich: Steve Jobs redet. Und zwar mit Walter Isaacson, einem früheren Redaktionsleiter des "Time Magazines". Isaacson wird damit die Ehre zuteil, die erste autorisierte Biographie über den wohl schillerndsten Manager der Welt zu schreiben. Bei aller gespannten Erwartung treibt Apple-Anhänger eine Frage um: Warum spricht Steve Jobs jetzt über sein Leben?

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Es ist so etwas wie eine kleine Sensation: Der notorische zugeknöpfte Apple-CEO Steve Jobs gewährt einem Journalisten erstmals Zugang zu seinem Leben. Tatsächlich: Steve Jobs redet. Und zwar mit Walter Isaacson, einem früheren Redaktionsleiter des "Time Magazines". Isaacson wird damit die Ehre zuteil, die erste autorisierte Biographie über den wohl schillerndsten Manager der Welt zu schreiben. Bei aller gespannten Erwartung treibt Apple-Anhänger eine Frage um: Warum spricht Steve Jobs jetzt über sein Leben?

Man darf sich Walter Isaacson als glücklichen Mann vorstellen. Der 57-jährige hochdekorierte US-Journalist, der einst Redaktionsleiter beim "Time Magazine" und sogar CEO von CNN war, hat den Zuschlag für das Traumprojekt eines wohl jeden (Technologie-)Journalisten erhalten – er darf die autorisierte Biographie über den längst mythisch verklärten Apple-CEO Steve Jobs schreiben.

Für die US-Medienjournalistin Marion Maneker ("The Big Money") ist das Buchprojekt nicht weniger als das ambitionierteste und wohl bestbezahlte seit den Memoiren des früheren US-Präsidenten Bill Clinton, der für die 2004 erschienende Bianz "Mein Leben" kolportierte 12 bis 15 Millionen Dollar erlöste.

Geschätzter Lohn der Jobs-Biografie für Walter Isaacson:  2 bis 6 Millionen Dollar

Seine Frau, die gescheiterte US-Präsidentschaftskandidatin Hillary, konnte sich ein Jahr zuvor über immerhin noch 8 Millionen Dollar für "Gelebte Geschichte" freuen, ähnlich viel wie jüngst die potenzielle Vize-Präsidenten Sarah Palin für "Going rogue" und der ehemalige US-Notenbank-Präsident Alan Greenspan für "Mein Leben für die Wirtschaft" 2007.

Nach Einschätzungen von unabhängigen Buch-Agenten wird sich Walter Isaacson indes wohl mit weniger zufrieden geben müssen. Der Autor der beiden Bestseller "Einstein: His Life and Universe" und "Benjamin Franklin: An American Life" dürfte demnach "nur" 2 bis 6 Millionen Dollar zu erwarten haben, zumal die Jobs-Biografie zwar vom Apple-CEO autorisiert, aber eben doch nicht von ihm selbst geschrieben werde und daher mit sein Autorenname auf dem Buchcover fehlt.

Bisherige unautorisierte Jobs-Biografien umstritten

Doch das ist nur der finanzielle Aspekt der Geschichte. Viel interessanter für Apple-Anhänger und Technologie-Freaks dürfte der lang erwartete Einblick in eines der bemerkenswertesten Leben der Wirtschaftsgeschichte überhaupt sein. Seit der Gründung von Apple 1976 zusammen Steve Wozniak ranken sich nämlich Gerüchte um Gerüchte um den extrem charismatischen Apple-CEO.

Zwei Hardcover –Publikationen haben es bislang mit dem rational kaum zu fassenden Leben des Technologie-Tausendsassa  aufzunehmen versucht: Jeffrey S. Young mit  "iCon: Steve Jobs, the Greatest Second Act in the History of Business" und Alan Deutschmann mit "The Second Coming of Steve Jobs". Beide nicht autorisierten Ausgabe haben Gerüchten zufolge des Zorn des Apple-Gründers nach sich gezogen und zu kurzfristiger Verbannung der Verlage aus dem iTunes Store geführt.   

Aktives Mitwirken am Vermächtnis: Warum spricht Jobs jetzt über sein Leben?

Ein solches Schicksal dürfte nun vermutlich der US-Verlag Simon & Schuster, bei dem Isaacson seit Jahren unter Vertrag ist, kaum zu befürchten haben – schließlich wirkt Jobs selbst aktiv an der Biografie mit. Dass der 54-Jährige diesmal mit seiner notorischen Verschwiegenheit bricht, wird von Branchenkennern als Indiz gewertet, dass Jobs offenbar daran gelegen ist, aktiv an seinem Vermächtnis mitzuwirken.
 
Steve Jobs hatte bekanntermaßen erst im vergangenen Jahr eine Lebertransplantation hinter sich, in deren Vorfeld sich immer wieder Gerüchte über den Gesundheitszustand des Krebsüberlebenden rankten. So spannend eine autorisierte Biografie über Steve Jobs, die sein ganzes Leben von frühester Kindheit bis zum heutigen Tag umfassen soll, auch sein mag – Apple-Aktionäre erinnert sie an eine ungenehme Wahrheit: Dass auch das Leben und Wirken des vermutlich größten CEOs unserer Zeit seine irdischen Grenzen hat.

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