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Zur WM: ARD startet Afrika-Schwerpunkt

Image-Kampagne für Afrika: Die ARD startet im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft einen Themenschwerpunkt über den "vergessenen Kontinent". Neun Reportagen und Dokumentationen, die von verschiedenen Sendeanstalten produziert wurden, sollen ein neues, positives Afrika-Bild zeichnen – "weg von dem Image des krisengebeutelten und von endlosen Kriegen heimgesuchten Kontinent", erklärt der zuständige ARD-Koordinator Thomas Baumann am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Hamburg.

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Die WM in Südafrika ist zwar der Anlass für den Themenschwerpunkt bei der ARD, allerdings widmet sich nur ein Film konkret dem Sport-Ereignis in diesem Sommer. Eine zentrale Botschaft oder ein Label für die Reihe gibt es nicht. Dafür sind die Filme auch zu unterschiedlich, wenngleich kaum eine Dokumentationen ohne die typischen Land- und Leute-Einstellungen daher kommt – weite Steppen, spektakuläre Sonnenuntergänge, wilde Tiere und Frauen, die riesige Körbe mit dem Kopf herumtragen
Den Auftakt bildet am 4. und 5. April eine zweiteilige Reportage von Werner Zeppenfeld. Der Afrika-Korrespondent fuhr mit seinem Team über den Niger, auf den Spuren des legendären Entdeckers Mungo Park. "Ins heiße Herz Afrikas" ist ein Film, wie man ihn erwartet: Beeindruckende Landschaftsaufnahmen, eigentümliche Kulturtechniken und authentische Musik.
Am 21. April kommt der nächste Film aus der Reihe: "Global Players". Die Reportage von Tom Theunissen handelt von den Vorbereitungen für die Fußball-WM in Südafrika. Der freiberufliche Regisseur und Autor begleitete den Wissenstransfer von Deutschland ins Gastgeberland der WM 2010. Sicherheitsexperten, Eventmanager, Architekten, Sportgerätehersteller und viele mehr sind diese Global Player, die mit ihrer Expertise beim Aufbau in Südafrika helfen wollen. Der Beitrag zeigt einen erfreulich unaufgeregten Zusammenprall der Kulturen.
Ein Roadmovie ist "Der Afrikanische Patient – Wunderheiler China" geworden. Der Film von Birgit Virnich läuft am 26. April. Die zentrale Frage: Was ist schief gelaufen in 50 Jahren Entwicklungshilfe? Einen neuen Versuch starteten vor einigen Jahren die Chinesen, die den Jahrzehnte alten Traum einer Autobahn von Kairo nach Kapstadt in die Tat umsetzen wollen. "China-Bashing war lange in Mode", erklärte Virnich. Doch was die Chinesen jetzt in Kenia auf die Beine stellten, ginge in die richtige Richtung. "Erst eine Straße führt zu Reichtum", lautet ein altes chinesisches Sprichwort. Das sehen auch die Einheimischen so.
Von den Filmen "Durban: Ein Flughafen zieht um" (9. Mai), "Traumflug durch Afrika" (23. Und 24. Mai) und "Reise durchs Regebogenland" (5. Juni) gibt es bislang noch kein Bildmaterial. Der Drehbeginn steht kurz bevor.
Den Abschluss des Schwerpunkts bildet am 15. Juni Chiara Sambuchis Film "Good morning, Africa". In ihrer Reportage begleitet die gebürtige Italienerin mit ihrem Team vier Frauen: Eine Kfz-Mechanikerin aus Senegal, eine Radiomacherin aus Uganda, eine etwas andere Entwicklungshelferin aus Mosambik und eine Aids-Beraterin aus Lesotho. Sie alle ergreifen ihre Chance auf ein besseres Leben für sich, für ihre Familien und die Gesellschaft. Sie stehen für die Hoffnung auf ein neues selbstbestimmtes Afrika.
Mit dem Themenschwerpunkt ist der ARD eine Reportage-Reihe gelungen, deren Spektrum von bekannten Eindrücken bis zu neuen interessanten Perspektiven reicht. Entstanden ist ein äußerst heterogenes Afrika-Bild, das die Wirklichkeit mal in seinen romantischen Facetten aber auch in seiner oftmals ernüchternden Schlichtheit zeigt. Eines ist den neun Filmen allen gemein: Sie vermitteln die Lust am Filmen, sowohl vor als auch hinter der Kamera.
Die aufwändige Reihe wird die ARD einiges gekostet haben. Konkrete Angaben konnte ARD-Koordinator Baumann nicht machen. Dazu seien die Produktionen zu unterschiedlich, zumal einiges von dem gefilmten Material auch später für diverse Beiträge etwa im "Weltspiegel" verwendet werden wird. Immerhin war zu erfahren, dass der Zweiteiler "Ins heiße Herz Afrikas" bei 40 Dreh- und 40 Schnitttagen rund 50.000 Euro pro Folge gekostet hat. "Eine Gebührenerhöhung wird es deswegen nicht geben", flunkerte Baumann. 

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