Warum Murdoch an MySpace verzweifelt

Neu sind die Sorgen um MySpace nicht: Das zunächst hippste Social Network macht keinen Stich mehr gegen Facebook und hat das Rennen längst verloren - das ist keine Neuigkeit. Die verpackt der Hausbiograph des Medientycoons Rupert Murdoch, dem über sein Konglomerat News Corp. MySpace gehört, indes neu: Das Scheitern bei der Online-Community beschäftige den alternden Visionär angeblich so sehr, dass Murdoch keinen Schlaf mehr finde. Die Gründe dafür sind angeblich pikanter als bislang angenommen.

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Neu sind die Sorgen um MySpace nicht: Das zunächst hippste Social Network macht keinen Stich mehr gegen Facebook und hat das Rennen längst verloren – das ist keine Neuigkeit. Die verpackt der Hausbiograph des Medientycoons Rupert Murdoch, dem über sein Konglomerat News Corp. MySpace gehört, indes neu: Das Scheitern bei der Online-Community beschäftige den alternden Visionär angeblich so sehr, dass Murdoch keinen Schlaf mehr finde. Die Gründe dafür sind angeblich pikanter als bislang angenommen.

Es gibt für wahr schönere Dinge, als Niederlagen einzugestehen. Rupert Murdochs Sache war das nie, zu sehr pflegt der gebürtige Australier bis heute das Klischee eines echten Hemingway Heroes – als alternden Veteran, der immer noch über den Punch verfügt.

Was die einst größte Online-Community MySpace angeht, hilft indes alle Rhetorik, Wortakrobatik und Diskreditierung des Rivalen nichts: Das Rennen ging an Facebook, das der 78-Jährige einst als "Flavour of the month" abtat, als Eintagsfliege also. Über 400 Millionen Nutzer kann die immer fettere Eintagsfliege indes heute schon verbuchen, MySpace bringt es inzwischen auf kaum mehr halb so viel.

Biograph Wolff: MySpace raubt Murdoch den Schlaf

Eigentlich müsste sich Rupert Murdoch darüber nicht grämen, denn sein Medienkonglomerat News Corp. erwarb das seinerzeit boomende Start-up 2005 für lediglich 580 Millionen Dollar. In den Folgejahren nahm Murdoch jedoch durch einen Suche-Deal mit Google bis heute 900 Millionen Dollar en; er hat mit MySpace also tatsächlich Geld verdient.

Doch das ist es nicht – nicht mal die verpasste Verkaufschance an Yahoo oder einen anderen großen Internet-Player auf dem Höhepunkt der Popularität 2006 – 07.  Es ist viel mehr der siechende Verfall, der Murdoch umtreibt und buchstäblich den Schlaf raubt, wie sein Biograph Michael Wolff (Buchtitel: "The Man Who Owns the News") aus den Gesprächen mit dem Medientycoon herausgehört haben will.

Hatte Murdochs Frau Wendi eine Affäre mit MySpace-Gründer DeWolfe?

Aus seinem eigener Website, dem Nachrichten-Aggregator Newser.com, schildert Wolff Murdochs aktuelle Gemütslage wie folgt: "MySpace verwirrt Murdoch. Er kann vielleicht, wie früher, seine Fehler unsichtbar erscheinen lassen. Aber etwas hat ihn getroffen. Etwas an diesem verdammten Internet sitzt unter seiner Haut." 

Dass es tatsächlich noch ein anderer Stachel sein könnte, der da sitzt, deutet der nicht gerade als zimperlich bekannte Medienjournalist dann auch explizit an: Murdochs junge Frau Wendi habe ein besonderes Interesse am Unternehmen entwickelt, das am Ende möglicherweise nicht nur mit seinem Wachstumspotenzial zusammen hängen könne: "Vielleicht am schlimmsten waren die Gerüchte, die er peinlicherweise mit seinen PR-Leuten diskutieren musste, dass Wendi eine Affäre mit DeWolfe haben könnte."

Chris DeWolfe gründete das Internet-Unternehmen bekanntermaßen mit Tom Anderson und musste im vergangenen April zurücktreten. Seitdem wurden die Zeiten nicht gerade weniger turbulent. Nachfolger Owen Van Natta musste nach weniger als einem Jahr erst in der vergangenen Woche ebenfalls seinen Chefsessel bei MySpace räumen.

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