Wie Facebook die deutsche Zentrale versteckt

In Millionen deutsche Computer ist Facebook längst eingezogen. Nun folgt das Web-Unternehmen auch offline und eröffnet das erste Büro in Deutschland - so teilte es der Weltkonzern zumindest mit. Doch wo die zehn Milliarden Dollar-Company sich tatsächlich niederlässt, ist gar nicht so einfach herauszufinden. Facebook selbst nennt nur eine vage Ortsbestimmung "in Hamburg beim Rödingsmarkt". MEEDIA hat sich vor Ort umgesehen, Facebook tatsächlich gefunden - und war überrascht.

Anzeige

In Millionen deutsche Computer ist Facebook längst eingezogen. Nun folgt das Web-Unternehmen auch offline und eröffnet das erste Büro in Deutschland – so teilte es der Weltkonzern zumindest mit. Doch wo die zehn Milliarden Dollar-Company sich tatsächlich niederlässt, ist gar nicht so einfach herauszufinden. Facebook selbst nennt nur eine vage Ortsbestimmung "in Hamburg beim Rödingsmarkt". MEEDIA hat sich vor Ort umgesehen, Facebook tatsächlich gefunden – und war überrascht.

Um die unpräzise Ortangabe der deutschen Dependance des US-Konzerns noch verwirrender zu machen, nennt der Firmeneintrag beim Amtsgericht eine ganz andere Adresse: am Rathausmarkt 5.

Der Türschild-Test brachte ein eindeutiges Ergebnis: Am Rathausmarkt 5 gibt es tatsächlich – wie die taz berichtete – viele freie Klingelschilder, aber keines, dass auf Facebook schließen lässt. Anders beim Rödingsmarkt: In der Nähe der U-Bahnstation und gleich ein paar Häuser neben Starbucks hängt das gesuchte Klingelschild.

Wer allerdings glaubt, der globale Web-Konzern, der mit über 400 Millionen Mitgliedern das größte Social Network des Planten betreibt, präsentiert nach außen entsprechend standesgemäß, irrt. Statt imposantem Weltmarktführer-Schild klebt an der Eingangstür zu dem schicken und funktionalen Bürogebäude nur ein kleiner handgeschriebener Zettel: "Facebook 2 OG Rechts".

Ein ähnliches Bild gibt die frisch angemietete Fläche ab. Anstatt repräsentativer Nobel-Büros befindet sich die Hanse-Filiale noch im Aufbau. Das gilt ganz praktisch für die Schreibtische, die noch zusammengebaut werden müssen, wie auch für die Telefone, die noch nicht angeschlossen sind. Trotz des typischen Einzugschaos ist jetzt schon zu sehen: Beim Rödingsmarkt entstehen keine Arbeitsplätze mit dem Ambiente eine Spielplatzes, wie man sie von Google kennt, sondern zweckdienliche Büros für das Sales- und Management-Team, das hierzulande vor allem einen Job hat: Werbeplätze zu verkaufen.

Bei dieser Aufgabe stört allerdings zuviel Publikumsverkehr. Deshalb hält sich auch standhaft das Gerücht, dass es der US-Company ganz recht ist, wenn die Hamburger Adresse nicht zu schnell bekannt wird. Denn die Folgen sind offensichtlich: Mögliche Klagen lassen sich dann weit einfacher zustellen und einige Nutzer werden es sich nicht nehmen lassen, zu Fuß bei Facebook vorbei zu schauen und die Empfangsdamen mit lästigen Detail-Fragen zur Plattform-Nutzung und den AGBs zu entnerven.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige