„Tiefe Verzweiflung“ bei MySpace

Der Murdoch-Biograph Michael Wolff (Buchtitel: "The Man Who Owns the News") führt die Probleme des einst führenden Social Networks direkt auf Besitzer Rupert Murdoch zurück: Der begreife nicht, dass man "bei MySpace nur noch den Niedergang verwalten kann". In der vergangenen Woche musste Owen Van Natta nach weniger als einem Jahr seinen Chefsessel bei MySpace räumen.

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Wolff, dessen Murdoch-Buch wegen seiner intimen Kenntnis gelobt wird, sieht sogar die gesamte Digitalstrategie der News Corporation in Frage gestellt: "Dort herrscht tiefe Verzweiflung." Es sei Murdoch nicht zu vermitteln, dass MySpace den Wettkampf der Netzwerke verloren habe, und auch in anderen Bereichen herrsche Panik. Wolff, unter anderem Kolumnist bei Vanity Fair, hat für sein Buch über 50 Interview-Stunden mit dem 78 Jahre alten Medienmogul absolviert.
Murdoch hatte 2005 zur Überraschung der Medienbranche 580 Millionen Dollar für MySpace ausgegeben, das seinerzeit führende Unternehmen hatte dem Aufstieg von Facebook jedoch zu wenig entgegen zu setzen.
Der Guardian – flankiert von Wolff – führt auch Murdochs aggressive Paywall-Strategie und dessen Angriffe gegen Google ("Parasit") auf die Unkenntnis des Verlegers in digitalen Dingen zurück. "Wenn die Leute wüssten, wie wenig er tatsächlich davon versteht, würden sie lachend umfallen", sagt Wolff. "Oder auch weinend."

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