Lobo startet Schwarm-Projekt für Wiwo

Internet-Enfant-terrible Sascha Lobo macht mit einem interessanten Journalismus-Experiment von sich reden. Gemeinsam mit seinem Publikum schreibt er für die Wirtschaftswoche einen "Debattenbeitrag 2.0". Der Text, der Unternehmen zeigen soll, worauf sie beim Weg in die digitale Zukunft achten müssen, entsteht u.a. bei Facebook, Twitter und in Lobos Blog. In den kommenden knapp zwei Wochen kann das Publikum den aktuellen Stand des Textes verfolgen und mithelfen.

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Lobo ruft in seinen Erläuterungen zum "Debattenbeitrag 2.0"-Experiment dazu auf, ihn mit Links, Videos, Antworten auf seine Fragen und anderen Hinweisen zu versorgen. Das Honorar der Wiwo will er mit seinen Helfern teilen – "auf einem noch abzustimmenden Weg", wie er schreibt. Als Thema des Beitrags ruft Lobo aus, er wolle "für die Wirtschaft" beleuchten, "welche Entwicklungen unternehmensrelevant sein werden – und welche nicht. Wie die weiteren Innovationsschritte des Internet aussehen und weshalb sie so ungeheuer selten aus Deutschland kommen. Worauf man sich einstellen muss, wenn man ein Unternehmen gleich welcher Größe in die digitale Zukunft führen möchte".

Und so will Lobo vorgehen: Beim Bookmarking-Dienst delicious will Lobo sämtliche Hinweise und Links zum Thema sammeln. Zitate, Videos, Fallbeispiele, und andere Inhalte veröffentlicht er in einem eigens eingerichteten Blog auf Posterous.com. Hier kann ebenso wie auf der Wiwo-Facebook-Seite auch kommentiert, debattiert und diskutiert werden. Über Twitter will Lobo seinen Followern zudem regelmäßig Fragen stellen.

Der eigentliche Artikel entsteht "live" auf Lobos Blog saschalobo.com. Hier will er seinen Text mehrmals täglich aktualisieren und ständig aktuelle Kommentare, Diskussionen und Hinweise einarbeiten. Auf Wiwo.de sollen sämtliche dieser Schritte und Puzzleteile durch Widgets nachverfolgbar sein. Der fertige Artikel wird dann ebenfalls auf der Wiwo-Website erscheinen, zudem aber auch in der gedruckten Wirtschaftswoche. Schließlich, so Lobo, muss man "die Leute im Wartesaal des Friseurs nicht mehr vom Sinn eines Haarschnitts" überzeugen. "Wir wollen mit diesem Debattenbeitrag 2.0 auch und besonders diejenigen Menschen erreichen, die wirtschaftliche Entscheidungen von größerer Tragweite treffen. Und die lesen trotz unserer Begeisterung für das Netz eher die Wirtschaftswoche auf Papier als Blogs, Facebook und Twitter."

Spannend wird neben dem Entstehungsprozess natürlich auch die Qualität des Ergebnisses. Denn: Ohne die Floskel mit den Köchen und dem Brei überzustrapazieren, wird ein Text sicher nicht automatisch besser, nur weil viele daran beteiligt sind. Lobos große Basis an Followern, Friends und Lesern wird sicher dafür sorgen, dass der Autor mit Ideen, Hinweisen und vielen interessanten Details versorgt wird. Auf den Punkt bringen muss Lobo den Text aber selbst. Und ob das anhand des sehr allgemein gehaltenen Themas gelingt, ist die eigentliche Frage des Experiments.

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