DerWesten: Relaunch ja, Boulevard nein

Keine "BILDisierung": Gestern Abend hatten Blogger Jens Matheuszik und Berater Thomas Knüwer gleichlautend berichtet, dass der neue Chef Ulrich Reitz den Westen zu einem Unterhaltungsportal umbauen will. Jetzt stellt ein Verlagssprecher gegenüber MEEDIA klar: "Chefredakteur Ulrich Reitz plant einen Relaunch des Webportals, dessen Kernelement eine weitere Stärkung der lokalen und regionalen Inhalte sein wird. Behauptungen in Blogs, DerWesten werde ein Boulevardportal, sind aus der Luft gegriffen."

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Die Essener werfen den Bloggern sogar vor, ihre Geschichten vorschnell veröffentlicht zu haben: "Wir wundern uns, dass man Gerüchten auf den Leim geht anstatt zu recherchieren."

Medienberater Thomas Knüwer berichtete von einer Betriebsversammlung der WAZ New Media, die am Montag stattgefunden haben soll. Demnach soll die Internet-Tochter des Medienhauses rund sechs Stellen einsparen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, "dass es eine komplette Umpositionierung gibt", wie Knüwer schreibt. "Denkbar wären Nachrichtenseiten unter den Namen der Zeitungen, zum Beispiel Waz.de, und ein Portal Der Westen, dass sich um boulevardeske Unterhaltungsthemen und um Veranstaltungen bemüht – nackte Haut nicht ausgeschlossen."

Den Abbau der Stellen bestätigt der Verlag. Allerdings wird es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Der Abbau soll über natürliche Fluktuation zustande kommen. "Ob die Zeitungsmarken im Web wiederbelebt werden und wie die neue Bewegtbildstrategie aussieht, wird intern noch diskutiert", sagte Verlagssprecher Binder.

Bestätigen kann der Verlag: Print und Online werden inhaltlich noch stärker verzahnt. Passend dazu zieht die Web-Redaktion an den Content-Desk der Zeitungs-Kollegen auf die andere Straßenseite. 

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