Delius Klasing startet Ran als Fußball-Heft

Die Deutschen lieben Fußball: Für die TV-Rechte werden Millionen gezahlt, die Nationalelf holt Rekordquoten und die Bild-Zeitung kaufen angeblich die meisten Männer nur wegen des Sportteils. Trotzdem gibt es hierzulande kein großes monatliches Mainstream-Magazin über Bayern, Ballack & Co. Bis jetzt: Am Mittwoch startet Delius Klasing in Kooperation mit ProSiebenSat.1 sein neues Kicker-Heft Ran. Das Konzept: "Wir bieten einen Blick hinter die Fußball-Kulissen, wie sie ihn noch nie gesehen haben", sagt Verlagsleiter Gries.

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Für den Manager ist wichtig, dass das Magazin (2,90 Euro) erst gar nicht versucht, die tagesaktuellen Entwicklungen der Buffer-Branche abzubilden: "Das können Tageszeitungen besser. Wir wollen unseren Lesern stattdessen in einer nie da gewesenen optischen Opulenz, die Charaktere der einzelnen Spieler erklären und Geschichten liefern, die man so noch nicht gelesen hat."

Das Inhaltsverzeichnis

Einen Ansatz, dem das erste Heft bedingt genügt. Wenn Opulenz große Bilder bedeutet, dann entspricht das Heft diesem Anspruch. Ansonsten ist das Layout wenig innovativ und liefert lediglich Standartkost. Überraschende Ideen und wirklich radikale oder Layout-Einfälle fehlen.

Die Aufmacheroptik zu einer Story über Mesut Özil

Anders die Geschichten. Bei den längeren Stücken liefern die überwiegend guten freien Autoren tatsächlich lesenwerte Analysen und Hintergrundstücke. Luis Glesch erarbeitet auf acht Seiten "die Formel CL". In sechs Punkten fasst er zusammen, wie man die Champions League gewinnt. Ein weiteres gelunges Beispiel ist der Text über die Jugendausbildung des FC Barcelona. Passend zu der Marke Ran legt das Heft seine besonderes Augenmerk auf die Champions und Europa League. Diese Themen bilden auch den Mittelpunkt des Heftes.

Die Detailseite nach dem Aufmacher

Chefredakteur des Magazins ist Fred Wipperfürth. In dem Redaktionsbüro des Kölner Journalisten wird das gesamte Heft produziert und dann nach Bielefeld zu Delius Klasing geschickt. Der Verlag selbst kann und will sich keine eigene Redaktion leisten. Wir haben uns in erster Linie für das Redaktionsbüro Wipperfürth entschieden, weil wir die journalistische Fachkompetenz im Sportbereich der Kölner Kollegen sehr schätzen", sagt Gries. "Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist dies die optimale Lösung".

Für den Medienhaus aus Bielefeld arbeitet Wipperfürth schon länger. So kümmerte er sich um die Inhalte des ehemaligen Delius Klasing-Titels “Basket”. Mit Sport-Zeitschriften hat sich der Verlag mittlerweile ein klares Profil erarbeitet: "Wir machen alles, was Männern gefällt", sagt der Zeitschriften-Verlagsleiter. Bislang lag die Kompetenz von Delius Klasing aber eher auf den Themen Auto, Wassersport und Fahrrad. Mit Fußball kommt nun ein weiteres Feld mit einer rieseigen Zielgruppe dazu. "Wenn das Heft funktioniert, dann würde es im Einzelverkauf sicherlich unser stärkster Titel werden."

Die Redaktion stellt die kommenden Champions
League-Begegnungen jeweils auf einer Doppelseite vor

Damit genügend Fans überhaupt mitbekommen, dass es Ran jetzt auch in gedruckter Form gibt, plant Gries den Einsatz von TV-Werbung. Zudem hat sich ProSiebenSat.1 bei den Lizenzverhandlungen dazu verpflichtet, das Print-Objekt medial zu unterstützen. Die Verträge zwischen Verlag und Sendergruppe wurden erst einmal für drei Jahre geschlossen. Gries glaubt aber, dass alleine die starke Marke Ran "das Heft ungemein nach vorne bringen kann".

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