Neon stürmt an die Tabellenspitze

Während die meisten Kontrahenten im IVW-Segment der Lifestylemagazine im Jahr 2009 verloren haben, geht es einem Titel glänzend: Neon. Das Magazin gewann auch 2009 deutlich hinzu, fand 8% mehr Käufer als im Jahr 2008. Bei der harten Auflage, also dem Einzelverkauf und den Abos, ist Neon unangefochtener Spitzenreiter vor Men's Health und dem Playboy, insgesamt liegt Men's Health u.a. wegen vieler Bordexemplare noch vorn. Größte Verlierer des Jahres sind Computecs SFT, Fit For Fun und Prinz.

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Im Vergleich zur ersten Neon-IVW-Messung im Quartal IV/2004 vor genau fünf Jahren konnte sich das Magazin inzwischen um 98% verbessern, hat seine verkaufte Auflage also beinahe verdoppelt. Eine traumhafte Entwicklung, auf die manch anderer Titel extrem neidisch sein dürfte. Mit den im Jahresdurchschnitt 2009 verkauften 234.834 Exemplaren liegt Neon insgesamt auf Platz 2 hinter Men’s Health, dürfte 2010 aber die Führung übernehmen, schließlich lag man in den beiden Quartalen III und IV auch schon vor Men’s Health. Bei der harten Auflage konnte Neon um 8,2 % zulegen, Men’s Health immerhin um 3,5 %, wohingegen der Playboy hier minus 3,0 % verbuchte.

Vorbeigezogen ist Neon im Jahr 2009 am Playboy, der mit einem Minus von 22.819 Verkäufen (8,9%) von Rang 1 auf 3 rutschte. Fit For Fun verlor auf Platz 4 sogar 33.885 (13,5%) seiner Vorjahres-Verkäufe. Ebenfalls mehr als 10.000 Käufer gingen GQ und Cinema verloren, am dramatischsten sieht es aber bei SFT aus. Das Technik/Gadget/Entertainment-Blatt von Computec rutschte um 46.999 nach unten – ein heftiges Minus von 25,8%.

Auf den Plätzen ab 13 findet sich das nicht uninteressante Teilsegment der Musikzeitschriften. Für einige der Konkurrenten ging es hier nach oben. So gewannen vor allem die drei Axel-Springer-Magazine Rolling Stone, Musikexpress und Metal Hammer hinzu – im übrigen auch bei den Abos und im Einzelverkauf, wie wir gleich sehen werden.

Ansonsten ist das Lifestyle-Segment in den beiden vergangenen Jahren stark ausgedünnt worden. Zahlreiche Einstellungen prägten die Krise der Branche: Best Life, blond, Galore, Matador, Maxim, Park Avenue und Tomorrow sind nur einige der verschwundenen Lifestylemagazine. Die verblieben 26 Titel verkauften sich im Jahr 2009 im Durchschnitt so oft:

Nun also zum Blick auf die härteren Auflagen-Bestandteile: die Zahl der Abonnenten und Einzelverkäufe an Kiosk & Co. Schnell wird hier deutlich, welch große Rolle sonstige Verkäufe, Bordexemplare, etc. bei den Lifestylemagazinen noch spielen. Nur bei sieben der 26 Titeln besteht die verkaufte Auflage zu mehr als 90% aus Abos und Einzelverkäufen. Titel wie Prinz und SFT bringen sogar mehr als 50% ihrer verkauften Auflage per Sonstigem Verkauf, Bordexemplar oder Lesezirkel unters Volk. Eine gesunde Auflage sieht wohl anders aus.

Im Ranking finden sich Prinz und SFT daher auch nicht mehr auf den Plätzen 5 und 7 wie in der Gesamtverkaufs-Tabelle, sondern weiter hinten auf 6 und 12. Noch bitterer für die beiden Titel: Die Verluste bei den härteren Auflagenbestandteilen sind noch dramatischer als die bei den Gesamtzahlen. So liefen Prinz 13,8% der Vorjahreskäufer davon, SFT sogar 33,1%. Am besten lief das Jahr 2009 auch in dieser Statistik für Neon – hier besteht die verkaufte Auflage auch zu 98,6% aus Abos und Einzelverkauf, die Zahlen entsprechen also fast komplett denen aus unserer ersten Tabelle. Das zweitplatzierte Men’s Health konnte im Gegensatz zum Playboy wie erwähnt bei der harten Auflage zulegen: Mit dem Plus von 3,5% zieht das Magazin auch hier am Playboy vorbei auf Platz zwei.

Prozentual deutlich zulegen konnten zudem der Rolling Stone (+8,9%) und der Musikexpress (+9,1%). Gelitten hat bei den Musikzeitschriften vor allem der Metal-Hammer-Konkurrent Rock Hard, der 15,8% verloren hat, auch Visions, Spex, Juice, Legacy und Raveline verloren in diesem Teilsegment.

In der nächsten Folge unserer großen IVW-Jahresbilanz widmen wir uns dem Segment der Motorpresse.

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