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Aigner attackiert Google Street View

Der nächste Politiker, der gegen Google wettert: In einem Focus-Interview kritisierte Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner (CSU) Google Street View: "Die flächendeckende Fotoaktion ist nichts anderes als eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre". Weiter sagte sie: "Ich wehre mich gegen diese Form der Entblößung. Kein Geheimdienst dieser Welt würde so ungeniert auf Bilderjagd gehen." Unterdessen sollen in New York von Google-Mitarbeitern erste Innenaufnahmen von Shops gemacht worden sein.

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In dem Gespräch sagt Aigner, dass sie im Kontakt mit dem Innenministerium steht. Sie will offenbar rechtliche Schritte und mögliche Gesetzesänderungen prüfen. "Ich setze mich dafür ein, das bisherige Verfahren umzudrehen. Die Bürger sollten nicht gegen eine Veröffentlichung ihrer privaten Daten widersprechen müssen, sondern Google sollte die Pflicht haben, die Genehmigung der Bürger einzuholen, wenn sie das Foto eines Privathauses veröffentlichen möchten." Noch in dieser Woche will die Ministerin ein Widerspruchsformular zum Download bereitstellen.
Den ausbleibenden Protest der Bürger erklärt Aigner sich mit fehlendem Problembewusstsein. Dies könnte jedoch schneller kommen, als erwartet, wenn die jüngsten Medienberichte aus den USA tatsächlich wahr sind. Die Washington Post und das Blog Mashable verbreiten das Gerücht, dass Google damit angefangen habe, jetzt auch Innenräume zentimetergenau abzufotografieren. 
Zeuge ist ein New Yorker Ladenbesitzer ("OhNuts", kalorienreiche Süßigkeiten), der Google-Mitarbeiter beobachtet haben will, die sein Geschäft in zig Einstellungen fotografiert hätten. Sogar die Produkte seien abgelichtet worden. Einen Namen für die Aktion gibt es auch schon: "store view".
Das reicht immerhin der Washington Post für einen Link, wirkt aber angesichts der Datenschutz-Probleme mit "street view" – gerade in Deutschland – ausgesprochen abenteuerlich. Einige Blogs haben dazu bei Google einen "no comment"-Kommentar abgeholt und fragen sich nun, ob der Versuch des Internet-Giganten, die ganze Welt digital abzubilden und zu vernetzen, wirklich bis in Innenräume hineinreichen kann.

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