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Verwandt mit neuer Mutter

Das Ende einer schillernden Web 2.0-Karriere: Vor rund drei Jahren gehörte Verwandt.de zu den Überfliegern der jungen deutschen Web-Szene. Im Herbst 2007 bezeichneten die Gründer Daniel Grözinger und Sven Schmidt ihr Genealogie-Portal noch stolz als „das am schnellsten wachsende Familiennetzwerk der Welt”. Nach dem Raketenstart folgte ein leichter Besucherknick und nun der Verkauf: Wie Deutsche-Startups.de melden, übernimmt der israelische Konkurrent MyHeritage.com die Hamburger Plattform.

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Das Ende einer schillernden Web 2.0-Karriere: Vor rund drei Jahren gehörte Verwandt.de zu den Überfliegern der jungen deutschen Web-Szene. Im Herbst 2007 bezeichneten die Gründer Daniel Grözinger und Sven Schmidt ihr Genealogie-Portal noch stolz als „das am schnellsten wachsende Familiennetzwerk der Welt”. Nach dem Raketenstart folgte ein leichter Besucherknick und nun der Verkauf: Wie Deutsche-Startups.de melden, übernimmt der israelische Konkurrent MyHeritage.com die Hamburger Plattform.
Damit setzt sich der Trend zur Markt-Konsolidierung im Segment der Stammbaum-Communitys fort. Vor wenigen Monaten schluckte MyHeritage bereits den Konkurrenten Kindo. Verwandt.de und sein neues israelisches Mutterunternehmen werden Zusammen auf rund
47 Millionen Mitglieder kommen.

Den Gründern gelang es damit die Option 1c eines jeden Start-ups umzusetzen. Der Idealfall ist es, wenn es gelingt in seinem Segment zum Marktführer zu werden. Als 1b lässt sich der Fall bezeichnen, eine Web-Company für viel Geld an ein Medienunternehmen zu verkaufen. In die Kategorie 1c wiederum fällt die Option, sich von einem Konkurrenten schlucken zu lassen. Rivalen zahlen traditionell weniger, als wenn die Gründer an einen branchenfremden Investor verkauft. Die vierte Möglichkeit bedeutet in der Regel, den Laden dicht zu machen. Denn die meisten Venture Capital-Firmen haben nur deshalb in ein Start-up investiert, um Marktführer zu werden oder die Company zu verkaufen. Ein weiterwursteln bringt meistens keine Rendite. Das Hamburger Start-up bekam unter anderem Geld von Hasso Plattner Ventures und von Neuhaus Partners. Über den Kaufpreis von Verwandt.de machen weder die Gründer, noch die neuen Eigentümer keine Angaben.

Bei den Nutzerzahlen verlor die deutsche Stammbaum-Community in den vergangen Monaten kontinuierlich an Nutzern. Im März 2008 verzeichnete der Google Ad-Planer noch 320.000 Unique Visitors. Im Dezember 2009 besuchten nur noch rund 200.000 einzelne Besucher Verwandt.de.

Das Hamburger Start-up erlangte sogar in den USA eine gewisse Bekanntheit. Denn für den US-Tech-Blogger Michael Arrington wurde Verwandt.de zum Synonym für die neue deutsche Eigenart, jedes erfolgreiche US-Start-up sofort zu kopieren. Ein Kommentar in Arrington Techcrunch-Blog behauptet, dass der deutschen Nachbau der Silicon Valley-Plattform Geni.com, weniger als 5000 Euro gekostet haben soll.

Sollte dieser Preis stimmen, hätten Grözinger und Schmidt garantiert ein bomben Geschäft gemacht.

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