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Kritiker: Schick, aber mit Schwachstellen

Es ist schlicht, funktional und löst im Wesentlichen die Erwartungen ein: Das neue iPad weist die Richtung, in die sich das mobile Internet entwickeln könnte. Doch gleichzeitig äußern sich viele Beobachter auch enttäuscht – kein Multitasking, kein Flash, kein OLED-Display, nicht einmal eine Kamera. Ob das ausreicht, den Massenmarkt zu erschließen und damit auch die Probleme der Medienbranche zu lösen? Immerhin befindet US-Tech-Pabst Walt Mossberg anerkennend: "Das iPad ist mehr als nur ein riesiger iPod Touch oder ein iPhone."

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"Die Erwartungen an das neue Apple-Gerät waren so groß, dass sie kaum zu erfüllen waren", heißt es im FAZ-Blog. In seiner derzeitigen Ausstattung sei der Vorteil gegenüber einem Notebook oder Smartphone zu klein. Für die Verlage berge das iPad eine Tücke: "Mit dem Gerät können die Nutzer schnell und bequem ins Internet. Warum also für Zeitungsinhalte bezahlen, wenn der freie Content nur einen Klick entfernt liegt?"

Ähnlich sieht es auch Sueddeutsche.de. Zwar gebe es bereits Zeitungs-Versionen für das neue Format, aber "der Mehrwert gegenüber einem Besuch auf der regulären Nachrichtenwebseite ist bislang zu gering".

Bei aller Einstimmigkeit zum ästhetischen Konzept des schlichten Bildschirm-Computers, kritisieren viele Stimmen seinen technischen Standard. Insgesamt habe Apple bei dem neuen Gerät nichts wirklich Neues geschaffen, sondern lediglich verfügbare Technologie geschickt zusammengeführt. Das sieht auch das Handelsblatt so.

Darüber hinaus herrscht Unzufriedenheit über den Funktionsumfang. Das Tech-Blog Gizmodo listet "8 Dinge die uns am iPad stören" auf und liegt damit im Trend: außer dem Namen – "iPad" ist für manchen Beobachter die schlechteste Variante, die Apple wählen konnte – sind das der große dicke Rahmen, die Touch-Tastatur, der Adapter-Wirrwarr, sowie das Fehlen von Multitasking, Kamera und Flash.

Der Einstiegspreis von knapp 500 Dollar wird allgemein begrüßt, allerdings erhält der Kunde dafür ein Gerät ohne W-Lan- oder UMTS-Modul. "Bewährt sich der iPad nicht als vollwertiger Rechner, ist er lediglich ein drittes Endgerät", befindet Blog Age. Das Fazit für die Verlage. "Eine Mehrzahl der Menschen braucht den iPad dann nicht. Damit wäre das iPad zumindest eines nicht: Das ersehnte Absatzgerät für Zeitungs- und Buchverlage."

Trotzdem erhoffen sich Branchenbeobachter, dass der iPad mittelfristig einen neuen Markt für mobilen Medienkonsum eröffnet, auch als Lade- und Lesegerät für Online-Content von Zeitungen und Magazinen.

Auch in dieser Hinsicht äußert sich Walt Mossberg bei Allthingsdigital vorsichtig optimistisch: "Herr Jobs gab einen Vorgeschmack davon, wie der iPad über einfache Downloads aus dem iTunes-Store hinaus Content liefern könnte."

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