Grosso-Urteil: Grade will Revision

Am Donnerstag hat das OLG Schleswig entschieden, dass die Kündigung der Lieferverträge von Bauer gegenüber dem Pressegroßhandel Grade doch rechtens ist. Das Hamburger Medienhaus war 2009 in Berufung gegangen, nachdem das Landgericht Kiel Grade Recht gegeben hatte, dass die Übertragung der Lieferverträge auf eine andere Firma bzw. den verlagseigenen Vertrieb einer Diskriminierung gleichkäme. Inhaber Alexander Grade kündigte gegenüber MEEDIA an: "Wahrscheinlich werden wir Revision einlegen."

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Zuvor will der Grossist aber die ausführliche Begründung des Gerichts und die Stellungnahme seiner Anwälte abwarten. Damit würde das langwierige Verfahren vor dem Bundesgerichtshof ausgetragen werden. Bereits am vergangenen Montag hatten die Richter des 1. Kartellsenats am OLG Schleswig signalisiert, dass Grade dem Bauer Verlag im aktuellen Berufungsverfahren unterliegen werde. Im heute verkündeten Urteil bestätigte sich das Zeichen. Warum die Richter so entschieden, soll erst am morgigen Freitag veröffentlicht werden.
Den Anfang nahm der Streit, als der Bauer-Verlag dem Grossisten Grade am 28. Februar 2009 die Kündigung aussprach. Die Elmshorner Firma zog daraufhin an das Landgericht Kiel mit der Frage, ob der Bauer-Verlag das Recht beanspruchen kann, Lieferverträge mit Grossisten zu kündigen und auf Konkurrenten zu übertragen. Damals war gemutmaßt worden, dass Bauer dem Grossisten den Auftrag entzog, weil dieser gemäß seines Auftrags die Publikationen nicht nach "Nachfrage- und Umsatzbedeutung" verteilen könne. Bauer verfügt über viele vertriebs- und umsatzstarke Titel.       
Ein ähnliches Verfahren steht den Hamburgern mit der Pressegroßhandlung Hinrich Mügge KG aus Stade ins Haus. Das für heute angekündigte Urteil wurde aber auf den 11. Februar verschoben.

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