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Watchmi: Springer startet persönliches TV

Fernsehzeitschriften gelten als reines Print-Produkt und wenig Web-kompatibel – bis jetzt: Mit Watchmi startet TV Ditgital nun einen neuartigen "Personal TV"-Dienst, der auf den Content von Springers Programmis zurückgreift. "Watchmi lernt selbstständig die TV-Interessen und -Gewohnheiten seiner Nutzer und zeichnet dann automatisch passende Sendungen auf und organisiert sie in einem persönlichen TV- Kanal", erklärt Stephan Zech, Mitglied der Verlagsgeschäftsführung gegenüber MEEDIA.

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Bislang funktioniert Watchmi allerdings nur im Windows Media Center. "Wenn man bedenkt, dass das Media Center fester Bestandteil der Betriebssysteme Windows 7 und Vista ist und dass alleine in deutschen PCs über fünf Millionen TV-Karten installiert sind, gehen wir davon aus, dass wir mit Watchmi in kurzer Zeit sehr viele Menschen erreichen können." 
Neben klassischen TV-Sendern sollen künftig auch Video-Podcasts und andere Online-Videos für Watchmi verfügbar sein. Darüber hinaus ist die Entwicklung zusätzlicher Software-Versionen für Set-Top-Boxen sowie mobile und webbasierte Applikationen in Planung.
Den echten Mehrwert der Watchmi-Software sieht Zech darin, dass die meisten Konsumenten, obwohl sie 140 bis 150 Sender zur Auswahl haben, meistens nur bis zu 20 Programme auch tatsächlich schauen und überblicken. "Die restlichen 120 Anbieter verpassen sie weitestgehend. Auf diese Weise geht unbemerkt eine Vielzahl an interessanten Inhalten an ihnen vorbei, für die sie sich eigentlich interessieren."
Finanzieren soll sich Watchmi über Werbung. Dabei ist allerdings nicht geplant das laufende Programm zu unterbrechen. In diesem Fall würde Springer wohl auch Ärger mit den Sendern drohen.
Mit Watchmi sieht Zech den Verlag ganz weit vorne: "Eine so innovative, nutzerorientierte Software-Technologie ist bislang international noch nicht verfügbar." Bei der Umsetzung der Technik arbeitet der Verlag mit der Entwicklungsabteilung von Philips zusammen. Deren Tochter Aprico Solutions entwickelte die Empfehlungslogik, die wiederum mit den umfangreichen Programmdaten aus der TV Digital-Redaktion verbunden wird. "Man muss sich die Kooperation wie einen Neuwagen vorstellen: Wir bauen das Auto mit einer aerodynamischen Karosserie in einzigartigem Design und versorgen es mit Benzin in Form unserer Programmdaten – von Philips kommt mit der Empfehlungsmaschine der Motor, der den Wagen zum Laufen bringt." 
Bei diesem Projekt profitiert das Medienhaus vor allem von seiner neuen Datenbank. Seit zwei Jahren investierte der Verlag mehrere Millionen Euro in den Aufbau einer TV-Datenbank, die zu möglichst allen Sendungen und Filmen alle Basis-Informationen, Bilder und Kurzrezensionen enthält. 
"Kein anderer Verlag hat in den vergangenen Jahren so konsequent in den Aufbau einer so komplexen und umfassenden Datenbank investiert. Das zahlt sich jetzt aus und sichert uns einen deutlichen Innovations- und Technologievorsprung."

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