Tablet Mac: Zwischen Vision & Hoffnung

Eine schwarze Tafel wird es sein, größer als ein DIN A5-Blatt, mit einem berührungsempfindlichen Display, der als vollwertiger PC alle aktuellen E-Reader in den Schatten stellen. Mehr ist nicht bekannt über das neue Apple-Objekt der Begierde, das Steve Jobs heute vorstellen wird und von dem sich viele eine Revolutionierung des mobilen Internet erwarten. MEEDIA hat die Spekulationen zusammengetragen und erklärt, wie der Tablet die Probleme der Verlage lösen könnte.

Anzeige

Kein anderes Unternehmen beherrscht die Kunst des Informationsmanagements so effizient, die Balance von absoluter Geheimhaltung und dosiert gelaunchter Gerüchte so gut wie der kalifornische Tech-Konzern. Noch nicht einmal der Name des neuen Geräts ist bekannt. Es könnte "iBook" heißen oder "iPad". Nach einer aktuellen Umfrage des Tech-Blogs Mashable hält die Mehrheit der Leser den Namen "iSlate" für wahrscheinlich.

Spekuliert wird über eine Bildschirmdiagonale von bis zu 25 Zentimetern. In Verbindung mit einer hohen Auflösung könnte der Tablet die Funktion des künftigen Lesegeräts einnehmen – und Zeitschriften und Zeitungen endlich ein Medium geben, über das sie ihre Online-Inhalte profitabel an die Kundschaft bringen können.

Die New York Times (NYT) verweist auf einen Insider, nach dessen Aussage der Vermarktungsplan für den Tablet auch einen Konzept beinhaltet, wie Produzenten digitaler Inhalte profitieren können – also auch Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. In diesem Zusammenhang wird Steve Job ein besonderes Interesse am Fortbestehen der traditionellen Medienhäuser nachgesagt, er erachte eine funktionierende freie Presse als eine Säule der Demokratie. Die iTunes-Infrastruktur könnte auch für den Verkauf journalistischer Inhalte dienen.

Tatsächlich nehmen einige Verlagshäuser die Chancen sehr ernst und haben sich bereits auf das noch nicht verfügbare Gerät eingestellt. Die NYT arbeitet an einer Version der Zeitung für das Tablet-Format, die Verlage Hearst, Condé Nast und Time haben erste Anschauungsversionen ihrer Magazine entwickelt.

Zahlreiche Beobachter äußern sich enthusiastisch über die Möglichkeiten des Tablets und verweisen darauf, dass die Konsumenten beim mobilen Internet eine hohe Zahlungsbereitschaft zeigen. Für die Verlage ist angesichts der zahllosen Gratisangeboten im Internet entscheidend, ihre Inhalte auf neue Weise mit neuem Mehrwert zu präsentieren. Für sie dürfte der größte Teil der Arbeit noch bevorstehen.

Wenn Steve Jobs also heute abend das neue Wundergerät präsentiert, werden Verlagsmanager genauso gespannt zusehen wie Apple-Enthusiasten. Bis jetzt ist nämlich noch nicht bekannt, wie der Tablet aussehen soll. Erste Bilder des Wundergeräts kursierten schon vor Monaten, deren Echtheit zweifelhaft war oder bei denen es sich um bewusste Fälschungen handelte. Auch bei den aktuellen Bildern bei Macwelt handelt es sich um Montagen.

Zahlreiche Spekulationen ranken sich um das Betriebssystem. Wird es eigenes Tablet-OS, OS X? Der CEO von McGraw-Hill, Terry McGraw, sagte in einem CNBC-Interview, dass die Software auf dem Betriebssystem des iPhone basiere. Damit würden die mehr als 100.000 Applets aus dem überaus erfolgreichen Apple-App-Store auf dem Tablet laufen.

Höchstwahrscheinlich ist eine enge Anbindung an iTunes, Apples Verkaufsplattform für digitale Inhalte. Darüber könnten die Besitzer ihren Tablet mit Musik, Filmen oder Büchern befüllen.

Viel hängt deshalb beim Display neben der Größe von der Auflösung ab. Wired glaubte bereits im August 2009 über einen energiesparenden und brillianten OLED-Bildschirm verfügen wird – eine Vermutung, die auch derStandard jetzt für die wahrscheinlichste Variante hält. Und die von dem Internet-Unternehmer Jason Calacanis bestätigt wird. Calacanis durfte das Tablet zwei Wochen lang testen. Und plauderte jetzt Details aus, mit denen Steve Jobs heute Abend die Öffentlichkeit überraschen wollte: OLED-Display, Solarzelle, iPhone-OS-Version, TV-Tuner mit Rekorder, Kamera an Vorder- und Rückweite. Fingerabdruck-Scanner. Abhängig von Größe und Speicherkapazität wird der Apple-Tablet zwischen 600 und 800 Dollar kosten.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige