Apple: Aufbruch in die iPad-Ära

Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Apple hat heute bei seiner mit Spannung erwarteten Pressekonferenz im Yerba Buena Center in San Francisco tatsächlich sein Tablet enthüllt. „iPad“ heißt es und soll noch bis Ende des ersten Quartals weltweit erhältlich sein. Es wird in zwei verschiedenen Versionen ausgeliefert: Zunächst als Wifi- und später als 3G-Modell. Ab 499 Dollar startet Apple seine Offensive ins bislang unerschlossene Tablet-Territorium. Amazons Kindle erhält damit gehörige Konkurrenz.

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Wenn alles geschrieben, vermutet und hochgehypt wurde, helfen nur noch Fakten. Und die schuf der sichtlich gut gelaunte, wenn auch noch immer  sehr dünne Apple-CEO Steve Jobs bereits nach wenigen Augenblicken. Das längst mythisch verklärte Apple-Tablet wird tatsächlich Realität. Nicht „iSlate“ oder einen anderen unpassenden Namen wird es tragen – sondern, ganz im Sinne der bisherigen Kassenschlager aus Cupertino, als iPad in die Unternehmensgeschichte von Apple eingehen.

Tatsächlich: Das iPad ist auch nur diesen einen Buchstaben vom anderen Bestseller entfernt – dem iPod. Lange wurde spekuliert, welcher Geräteklasse der TabletMac nun näher sein würde – dem MacBook oder dem iPhone. Die Antwort lautet: Dem iPod touch! Denn tatsächlich kommt das iPad wie der große Bruder des boomenden Touchscreen-iPods her, das im Grunde selbst das iPhone ohne Telefonanschluss ist.

E-Reader iPad: Apple entdeckt neue Nische

Es bietet das vertraute Design und adaptiert, das ist Voraussetzung für einen Erfolg, die vom iPhone bekannte Multitouch-Funktionalität. Und ebenso die Nutzungspalette: Alle 140.000 Apps werden auch auf dem Apple-Tablet anwendbar sein. Doch weil das iPad mehr können muss, als nur ein großes iPhone / iPod touch zu sein, haben die Apple-Entwickler in einjähriger Sisyphosarbeit die Desktop-Software iWorks angepasst: Pages, Numbers und Keynote läuft nun ebenfalls und kann für günstige 9,99 Dollar je Applikation bei Apple gekauft werden.

Das eigentliche Verkaufsargument des iPads ist jedoch etwas, was Amazon im vergangenen Jahr mit seinem Kindle vorgemacht hatte – das iPad ist natürlich auch ein E-Book-Reader. Dies ist schließlich die Nische, in das nur 700 Gramm schwere, aber fast 10 Inch dicke Tablet vorstößt: Für lange Texte  ist das iPhone zu klein, während man ein sperriges Laptop zum Buchlesen eben doch nicht so geschickt verwenden kann.

Wall Street reagiert positiv auf die iPad-Präsentation: „Ich will ein iPad, ich brauche so eins“

Nach der Musik-, Film- und Mobilfunkindustrie wird nun also die Verlagsbranche revolutioniert. Folgerichtig erweitert Apple sein iTunesStore um iBooks – und holte zum Start gleich fünf führende US-Verlage ins Boot – HarperCollins, Penguin, Macmillian, Simon & Schuster, Hachett.

Die Verkaufsargumente sind also da. Das  größte lieferte Steve Jobs aber mit einem Preis, der die meisten Schätzungen deutlich unterbot: Nur 499 Dollar kostet die kleinste 16 GB große Version – die 32 und 64 GB-Versionen werden 100 bzw. 300 Dollar teurer sein. Das Wi-fi-fähige Modell soll weltweit bis Ende März erhältlich sein – die Mobilfunk betriebene 3G-Version, die in den USA erneut von AT&T angeboten wird, soll dort ab Mai, international aber erst im Juni / Juli erhältlich sein.

Die Börse reagiert sehr positiv auf Apples iPad-Ankündigung: Die Aktie zog auf 208 Dollar an, nachdem das Papier kurz nach Beginn der Pressekonferenz auf 200 Dollar zurückgefallen war. „Ich will ein iPad, ich brauche so eins. Es macht mein Leben besser“, äußerte sich CNBC-Moderator James Cramer positiv in einer ersten Einschätzung und dürfte damit das Empfinden von Millionen Apple-Kunden getroffen haben. Das „Haben-Müssen“-Gefühl löst auch das iPad aus.

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