Schlingensiefs Wort-Kaskaden auf dem DLD

"Connect the unexpected" ist ein Motto, das Hubert Burda für seinen Zukunftskongress DLD ausgegeben hat. Mit dem Auftritt von Christoph Schlingensief zum Thema Oper sind die Veranstalter dem Motto absolut gerecht geworden. Der krebskranke Schlingensief sprudelte geradezu über vor Mitteilungsbedürfnis zu seinem Projekt, in dem afrikanischen Land Burkina Faso ein Opern-Dorf zu errichten. Ein schräges, […]

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"Connect the unexpected" ist ein Motto, das Hubert Burda für seinen Zukunftskongress DLD ausgegeben hat. Mit dem Auftritt von Christoph Schlingensief zum Thema Oper sind die Veranstalter dem Motto absolut gerecht geworden. Der krebskranke Schlingensief sprudelte geradezu über vor Mitteilungsbedürfnis zu seinem Projekt, in dem afrikanischen Land Burkina Faso ein Opern-Dorf zu errichten.

Ein schräges, beim ersten Hören abstrus klingendes Projekt. Aber Schlingensief schafft es mit ansteckendem Enthusiasmus das Publikum in Minuten dafür zu begeistern. Weil er seine aberwitzig schnellen Gedankensprünge auf Deutsch vortrug, war ihm ein exzellenter Simultan-Übersetzer zur Seite gestellt, der Schlingensiefs Wort-Kaskaden in atemberaubender Geschwindigkeit weiter übersetzte.

Als die knappe halbe Stunde zur Neige ging, wechselten Schlingensief und sein Übersetzer ins Simultan-Dolmetschen. Schlingensief raste geradezu durch seine Vision von seinem Afrika-Projekt, von einem neuen Afrika Bild ("Diese Bilder von schwarzen Kindern mit Fliege am Auge. Das will ich nicht mehr sehen.") Der Übersetzer im Tempo stets fast gleichauf, das Bild der Monitore begann zu flackern. Fast schien, als komme die Technik nicht mehr mit.

Schlingensief hat für sein Projekt innerhalb weniger Monate bereits über eine Million Euro gesammelt. Er sei ein großartiger Fundraiser, bescheinigte ihm Moderator Chris Dercon vom Haus der Kunst. Schlingensiefs Krankheit, die er, wie er sagt, "an der Backe hat", die wohl begrenzte Zeit, die ihm noch gegeben ist, das setzt eine unbändige, mitreißende Energie in dem früheren Skandal-Filmer und elaborierten Faxenmacher frei. Sein kurzer Auftritt auf dem DLD war einer der Höhepunkte der Veranstaltung.

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