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Google-Gründer geben Mehrheit auf

PR-Aktion, normaler Vorgang oder gar der erste Schritt eines langfristigen Ausstiegszenarios? Die Google-Gründer Sergej Brin und Larry Page haben der Börsenaufsicht SEC eine Option angemeldet, im Laufe der nächsten fünf Jahre jeweils bis zu fünf Millionen Aktien zu veräußern. Durch den Verkauf würden die Baumeister der Suchmaschine die Mehrheit über ihre Unternehmen abgeben. Nach aktuellem Kurs entspräche das Einnahmen von etwa 2,75 Milliarden Dollar pro Gründer.

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Weil Page und Brin bei den Stimmrechten bevorzugte Aktien haben, kontrollieren sie mit derzeit 18 Prozent des Google-Kapitals noch 59 Prozent der Stimmrechte. Der angekündigte Verkauf würde die beiden 36-Jährigen auf 48 Prozent drücken, womit sie die Kontrolle über das Unternehmen aufgeben würden. Allerdings hält Vorstandschef Eric Schmidt weiter knapp 10 Prozent der Stimmrechte.
Wie die FAZ erläutert, sind langfristige Verkaufspläne für Führungskräfte in den USA üblich, um "deren Aktienverkäufe zu ordnen und von der Geschäftsentwicklung der Unternehmen abzukoppeln". Auch bei Google schließe das neue Programm an einen Plan an, der 2004 in Kraft getreten war.
Trotzdem kommt der Schritt zu einem interessanten Zeitpunkt. Alleine die Absichtserklärung dürfte ein wenig des aktuellen medialen und politischen Drucks von Google nehmen. Sobald Page und Brin nicht mehr die Mehrheit halten, gilt ihre Suchmaschine in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr als inhabergeführt, sondern als "normales" Unternehmen. Das Wissen, dass ein Medien-Unternehmen noch im Besitz einer Person oder weniger Männer ist, sorgt oftmals dafür, dass solchen Firmen besondere Ambitionen oder gar böse Absichten unterstellt werden. Eine Erfahrung, die Leo Kirch oder Rupert Murdoch bereits machen mussten.
Der Verkauf könnte aber auch der erste Schritt eines Ausstiegszenarios für die beiden Google-Hirne sein. Sollten sich Page und Brin einmal anderen Projekten zuwenden wollen, würde ihnen dieser Schritt viel einfacher fallen, wenn sie nicht mehr die Mehrheit an Google halten.

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