Blattkritiker Oliver Gehrs giftet wieder

Chefredakteure aufgepasst, einer Eurer schärfsten Kritiker ist zurück: Rund ein Jahr nach dem Ende seiner Video-Kolumne "Blattschuss" bittet Dummy-Macher OIiver Gehrs wieder zur regelmäßigen Blog-Blattkritik. In seiner neuen Serie "Leid des Lesers" nimmt sich der Journalist jeden Freitag ein Heft "bündig, informativ und kämpferisch" zur Brust. Den Anfang macht das Zeitmagazin, aus dem seiner Meinung nach "ein sich unfassbar schamlos an die Werbetreibenden ranwanzendes Lifestyle-Produkt" geworden ist.

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An der aktuellen Ausgabe des Magazins lässt Gehrs kein gutes Haar. Schon das Cover bringt ihn gehörig in Wallung: "Nicht eins, sondern gleich vier Mode-Cover bietet das Magazin, wobei der publizistische Coup darin besteht, dass immer dasselbe Model posiert, fotografiert von vier verschiedenen Fotografen. Runtergezählt werden die Cover ‚3,2,1, Meins‘ – vielleicht bekommt man neben den Anzeigen für Modelabel auch noch Geld von ebay."

Sein Fazit: "Während die Zeit über die vergangenen Jahre besser geworden ist – auch diese Woche wichtige, lesenswerte Artikel zum Atomendlager Asse oder zum skrupellosen Pharmakonzern Roche bringt – ist aus dem Zeit-Magazin ein recht selbstzufriedenes Blatt geworden, das in dieser Zeit nichts weiter zu bieten hat als geschmäcklerische Statements zu Mode- und Lifestylefragen."

Seinen Ruf als bitterböser Heftkritiker erarbeitet sich der 41-Jährige vor allem mit seiner Videoblog-Kolumne "Blattschuss" für den Web-Sender Watchberlin. Nachdem die Verlagsgruppe Holtzbrinck für das TV-Projekt kein Geld mehr zuschießen wollte, stellte Gehrs auch seine Serie ein. Damals bekam vor allem der Spiegel regelmäßig eins übergebraten. Jetzt plant der Journalist und Autor offenbar seine Sujets wöchentlich zu wechseln – die Spiegel-Chefredaktion wird dies sehr gerne hören.

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