US-Site schimpft auf deutsche Verleger

Die Kartellbeschwerde, die u.a. von deutschen Verlegern gegen Google eingereicht wurde, erhitzt die Gemüter auch in den USA. "Es sieht so aus, als ob Deutschland eine neue Front in Sachen ahnungslose Attacken gegen Google bildet", schreibt die US-Website TechDirt. Anschließend werden die Aussagen von Hans-Joachim Fuhrmann, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, hart kritisiert. Am Ende kommt der TechDirt-Autor zu dem Fazit: "Es ist gerade so, als ob Deutschland überhaupt kein Internet will."

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Es sind vor allem die beiden Hauptargumente in der Kartellbeschwerde der Verleger, die kritisiert werden. Das Verleger-Argument, dass Google mit seinem News-Angebot Geld verdient, an dem die Urheber der Nachrichten, die Verlage, nicht partizipieren, wird von TechDirt zerpflückt. "Die 1,2 Mrd. Euro, die Google verdient, stammen von Such-Anzeigen, was so gut wie gar nichts mit Nachrichten zu tun hat", so TechDirt. Der Autor weist zurecht darauf hin, dass das hierzulande viel gescholtene Google News in den meisten Ländern und auch in Deutschland komplett anzeigenfrei ist.

Die deutschen Verleger hätten alle Vorteile auf ihrer Seite gehabt, funktionierende Geschäftsmodelle im Internet zu entwickeln, heißt es in dem Artikel: "Sie waren lokal, Google nicht. Sie waren viele Jahre vor Google im Geschäft. Sie haben bekannte Marken und eine Marken-Loyalität, die Google nicht hat. Fuhrmann gibt praktisch zu, dass die Firmen, die er repräsentiert, kolossal versagt haben."

Auch am zweiten zentralen Kritikpunkt der Verleger lässt TechDirt kein gutes Haar. Die Verleger beklagen, dass Google seine Such-Algorithmen geheim hält und womöglich Kooperationspartner bei den Ergebnisseiten bevorzugen würde. Google sei aber nun mal ein privates Unternehmen, so TechDirt, das die Suchergebnisse sortieren könne, wie es ihm gefällt: "Wenn Google darin keinen guten Job machen würde, würden die Leute sich abwenden."

Dass die Verlage die Bundesregierung dazu gebracht haben, die Einführung eines sogenannten Leistungsschutzes zu befürworten, ist für TechDirt ein weiterer Beleg für die Internet-Feindlichkeit "der Deutschen". Fazit des Artikels: "It’s as if Germany doesn’t want the internet at all."

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